16. Mai 2017

Deutschland: Zunahme an FSME-Erkrankungen

Fotolia / Mattof Die ersten 12 FSME-Erkrankungen (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sind in Deutschland bis 10. Mai 2017 bereits gemeldet worden. Damit liegt die Zahl der Erkrankungen geringfügig erhöht gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bundesweit 348 FSME-Fälle registriert (2015: 219 FSME-Fälle). Das größte Infektionsrisiko liegt nachwievor in Bayern, Baden-Württemberg, sowie in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Kleinere Risikogebiete sind in Mittelhessen (LK Marburg-Biedenkopf ), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld), im LK Vogtlandkreis, als auch in Sachsen zu finden. Wie im Vorjahr sind es 146 Kreise die als FSME-Risikogebiete in Deutschland festgestellt wurden. Als FSME-Risikogebiete gelten Regionen in denen ein Erkrankungsrisiko für Personen die durch Zecken exponiert sind besteht, dass nach Expertenmeinung vorbeugende Maßnahmen erfordert. Im Vordergrund der Vorbeugung gegen FSME steht die Schutzimpfung für Einwohner, sowie für Reisende und Besucher der FSME-Gebiete. Auch beruflich exponierte Personen, die sich vermehrt in der freien Natur aufhalten, sollten eine FSME-Schutzimpfung erhalten. Die warmen anhaltenden Außentemperaturen begünstigen die Vermehrung der Überträger-Zecken. Bedingt durch die globale Erwärmung und die oft milden Wintermonate, sind Zecken zunehmend ganzjährig aktiv. In den Jahren 2002 bis 2016 wurden 4.124 FSME-Fälle registriert. Bei 183 Fällen lag der Infektionsort außerhalb der im Jahr 2016 ausgewiesenen Risikogebiete, davon 35 im Vorjahr 2016. 17 % der Fälle traten in Bayern auf, 1 % in Baden-Württemberg, 13 % in Hessen, 11 % in Rheinland-Pfalz, 9 % in Thüringen, 21 % in Sachsen und 29 % in Bundesländern ohne ausgewiesene Risikogebiete. Das bedeutet, dass auch in anderen Gebieten Deutschlands während  der  Zeckensaison  bei  entsprechenden Beschwerden  an eine FSME gedacht werden sollte.

FSME auch außerhalb Deutschlands

FSME-Risikogebiete können auch außerhalb Deutschlands liegen v.a. in den baltischen Ländern, aber auch in Österreich, Schweiz, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Südschweden, Slowenien, Albanien und Russland. Ein geringes Risiko besteht in Frankreich, Italien, Griechenland und Dänemark. Daher kann eine FSME-Impfung auch bei Reisen außerhalb Deutschlands ratsam sein, insbesondere dann wenn FSME-Risikogebiete besucht werden. Die Zecken sind in den Risikogebieten der freien Natur nahezu überall anzutreffen. Man findet sie u.a. in Büschen, Bäumen, Wiesen, Gräsern und am Waldboden. Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt überwiegend in den Monaten März bis Oktober. Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht bei häufigen und längeren Aufenthalten im Grünen, d.h. besonders gefährdet sind in den Risikogebieten Bewohner mit Gärten, Urlauber und Ausflügler, aber auch beruflich exponierte Personen wie Förster, Jäger und Waldarbeiter. 

FSME-Impfschutz ist in den Risikogebieten empfohlen

Eine FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit, bei der es zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), einer Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder auch zu einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) kommen kann. Mit zunehmendem Alter des Patienten wächst die Gefahr einer Enzephalitis. Bei rund 30 - 40% kann es zu bleibenden Schäden kommen. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete  sind ein guter Zeckenschutz und ein FSME-Impfschutz ratsam. In aller Regel zahlen die Krankenkassen Personen die in Risikogebieten leben die Impfungen.