7. Okt 2016

Deutschland: Zunahme an FSME

interMEDIS / Pechel

Die Zahl der FSME-Erkrankungen hat in diesem Jahr, im Vergleich zum Vorjahr, deutlich zugenommen. Bis 11. September 2016 wurden dem RKI 292 Infektionen in Deutschland gemeldet. Das sind mehr Fälle als es im Gesamtjahr 2015 gegeben hat (221). Die warmen anhaltenden Außentemperaturen und der milde Winter 2015/16 begünstigen die Vermehrung der Überträger-Zecken. Bedingt durch die globale Erwärmung und die oft milden Wintermonate, sind Zecken zunehmend ganzjährig aktiv. Die Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Saarland. Ein geringeres Risiko besteht Regionen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein. Gegenwärtig werden 145 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete ausgewiesen.

In Baden-Württemberg und Bayern kommt es alljährlich zu den meisten Erkrankungsfällen 

Zecken übertragen die Erreger der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Mit der Aktivität der Zecken steigt auch das Übertragungsrisiko. Die Zecken sind in den Risikogebieten der freien Natur nahezu überall anzutreffen. Man findet sie u.a. in Büschen, Bäumen, Wiesen, Gräsern und am Waldboden. Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt überwiegend in den Monaten März bis Oktober. Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht bei häufigen und längeren Aufenthalten im Grünen, d.h. besonders gefährdet sind in den Risikogebieten Bewohner mit Gärten, Urlauber und Ausflügler, aber auch beruflich exponierte Personen wie Förster, Jäger und Waldarbeiter.

FSME-Impfschutz ist in den Risikogebieten empfohlen

Eine FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit, bei der es zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), einer Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder auch zu einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) kommen kann. Mit zunehmendem Alter des Patienten wächst die Gefahr einer Enzephalitis. Bei rund 30 - 40% kann es zu bleibenden Schäden kommen. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete  sind ein guter Zeckenschutz und ein FSME-Impfschutz ratsam. In aller Regel zahlen die Krankenkassen Personen die in Risikogebieten leben die Impfungen. Viele Zecken die eine Blutmahlzeit aufgenommen haben, häuten sich erst im nachfolgenden Sommer, d.h. dadurch erfolgt die Entwicklung von einer Larve zur Nymphe bzw. von einer Nymphe zur „erwachsenen Zecke“ erst ungefähr einen Sommer später. Nach drei Blutmahlzeiten ist der Zecken-Zyklus komplett, das bedeutet bei vielen Zecken, dass die letzte Blutmahlzeit 12-24 Monate zurück liegt und sich ihre Blutreserven dem Ende neigen. In den Monaten September/Oktober suchen viele daher für ihr Fortbestehen einen neuen Wirt und sind somit „aktiv“. Ein aktiver Zeckenschutz ist daher ratsam.