23. Jul 2021

Dominikanische Republik meldet Tetanus

Dominikanische Republk iStock /czekma13

Nach Aussage der örtlichen Gesundheitsbehörden sind in der Dominikanischen Republik in diesem Jahr bereits 19 Tetanus-Erkrankungsfälle berichtet worden, sechs Personen verstarben. Die Infektionen wurden in den Regionen von Santo Domingo, Santiago und Independencia registriert. Der einzige Schutz vor der Erkrankung besteht durch die Schutzimpfung, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollte. Bei Kindern sollte gemäß der STIKO-Empfehlungen ein Impfschutz für Kinder durchgeführt werden, der durch eine Mehrfachimpfung nicht nur gegen Tetanus, sondern auch gegen andere gefährliche Infektionskrankheiten schützt. 

Tetanus tritt weltweit auf -  auch in Europa 

Auch in Europa werden Tetanus-Fälle berichtet. Im Jahr 2017 wurden in Europa 82 Fälle aus 26 Ländern berichtet. Die meisten Fälle wurden aus Italien gemeldet. Bereits in den Jahren 2013 bis 2017 wurden in Italien 231 Tetanus-Fälle von insgesamt 522 in Europa gemeldeten Fällen registriert. Die Infektionen traten tendenziell häufiger in den wärmeren Monaten auf, die mit einem höheren Maß an Aktivität im Freien verbunden sind. Auch in den Jahren 2001 bis 2010 zeigte eine Untersuchung, dass 594 Tetanus-Fälle landesweit in Italien registriert wurden. In 80 % der Fälle waren die Erkrankten älter als 60 Jahre und entweder gar nicht oder nicht vollständig geimpft (durch z. B. fehlende Auffrischimpfungen). In den vergangenen Jahren wurden aus Italien jährlich mehrere Tetanus-Todesfälle berichtet. In den meisten Fällen handelte es sich um ältere Erwachsene. Der Studie zufolge war die Zahl der an Tetanus erkrankten Personen in Italien zehnmal höher als in Australien oder Kanada. Eine Tetanus-Erkrankung verleiht keine sichere Immunität und kann ernste bis lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen. 

Unbehandelt droht der Tod häufig durch Erstickung 

Die Inkubationszeit des Tetanus beträgt 3 Tage bis drei Wochen. In einigen Fällen kann der Ausbruch der Erkrankung sogar erst nach einigen Montanen nach der Infektion beobachtet werden. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, gibt es keine gezielte Behandlung. Das Gift, das durch die Bakterien produziert wird, breitet sich über die Nervenbahnen aus. Ist das Gift erst einmal verbreitet im Körper, kommt es zu sehr schmerzhaften Muskelschmerzen. Die Muskelkrämpfe können einige Minuten andauern und zu einer Kieferklemme führen, die das Öffnen des Mundes unmöglich macht. Krämpfe der langen Rückenmuskulatur können derart stark auftreten, dass es zu Überstreckungen und infolge sogar zu Brüchen der Wirbelsäule kommt. Unbehandelt folgt der Tod meist durch Erstickung. Um die Ausbreitung der Erreger entgegenzuwirken, werden in manchen Fällen die Eintrittswunden der Bakterien chirurgisch gründlich ausgeschnitten bzw. in schwerwiegenderen Fällen Amputationen durchgeführt. Eine maschinelle Beatmung ist bei Ausbreitung der Bakterien im Körper meist von Nöten. Da die erkrankten Personen unbehandelt selten das Bewusstsein verlieren, sind die Erkrankung und der Tod meist sehr qualvoll. Auch in Deutschland sind in den vergangenen Jahren trotz fortschrittlicher intensivmedizinischer Maßnahmen - noch immer Personen an Tetanus gestorben. Eine Übertragung der Erreger von Mensch-zu-Mensch ist nicht möglich. 

Tetanus-Impfung schützt und ist standardmäßig empfohlen

Nichtgeimpfte oder Personen mit nicht eindeutig dokumentierter Grundimmunisierung sollten 2 Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen und eine dritte Impfung 6-12 Monate nach der 2. Impfung erhalten. Diese Zeitabstände sind als Mindestabstände zu verstehen, d. h. jede Impfung gilt (es gibt keine unzulässig großen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen). Wenn die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt, erfolgt eine einmalige Auffrischungsimpfung. Die Wirksamkeit ist sehr zuverlässig. Vor der Reise sollten möglichst 2 Impfungen gegen Tetanus erfolgt sein. Die in Deutschland maßgebende Expertenkommission für Impffragen "STIKO" (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) empfiehlt, die Tetanusimpfung mit einer Keuchhusten- und Diphtherie-Auffrischimpfung zu kombinieren.