14. Mai 2013

England: Masern breiten sich weiter aus

Der Kampf gegen Masern in England geht weiter. In den ersten drei Monaten des Jahres registrierten die Gesundheitsbehörden 587 Erkrankungsfälle. Die Masern-Fälle werden landesweit gemeldet. Schwerpunkte scheinen im Nordwesten und Nordosten Englands zu liegen. Rund 20% der Erkrankungen ist auf Masernausbrüchen in Schulen zurückzuführen. Insgesamt 108 Patienten mussten in Krankenhäusern behandelt werden – 15 Patienten entwickelten Komplikationen wie Pneumonien, Meningitis und Gastroenteritis. 

Im Südwesten von Wales häufen sich die Masern-Fälle 

In Schulen in Wales wurden gesonderte Impfzimmer eingerichtet, um die Schulkinder, bevor die Examen beginnen, vorsorglich gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) zu impfen. Die Zahl der Erkrankten im Südwesten von Wales liegt nun bei über 900 mit über 80 Patienten die in Kliniken behandelt werden müssen. In Schottland appellieren die Gesundheitsbehörden derzeit eindringlich an Eltern ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen, nachdem die Zahl der Erkrankungsfälle südlich der Grenze weiter ansteigt. In Schottland selbst wurden bislang nur 16 Masernfälle diagnostiziert. 

Erstes Todesopfer in Swansea 

Die Gesundheitsbehörden befürchten einen erneuten Anstieg der Erkrankungszahlen und dass sich der derzeitige Masernausbruch zu einem der größten Ausbrüche der letzten Jahre in England und Irland entwickeln könnte. In der Region von Swansea, im Süden von Wales, wurden über 800 Erkrankungsfälle berichtet. Ende April wurden sogar rund 20 Fälle täglich registriert. Ein 25-jähriger Mann starb an den Folgen der Infektionskrankheit. Bislang zeichnet sich noch kein Rückgang der Erkrankungszahlen ab. Der letzte größere Ausbruch ereignete sich 1999-2000 mit rund 1200 Erkrankungen in Dublin und drei Todesfällen. 

England gehört nach wie vor zu den Ländern der EU mit dem höchsten Masernaufkommen

Anfang Dezember 2012 wurden für das vergangene Jahr 7.016 Masernfälle in der EU gezählt. Davon entfielen jedoch 94% der Fälle auf nur wenige Länder wie Rumänien, England, Frankreich, Italien und Spanien. Im 12-Monats-Zeitraum (November 2011 bis Oktober 2012) wurden die wenigsten Erkrankungen u.a. aus Island (0), Zypern (1), Slowakei (1), Dänemark (2), Litauen (2), Luxemburg (2), Slowenien (2) Estland (3), Griechenland (3), Lettland (3), Norwegen (4), Finnland (5), Portugal (8), den Niederlanden (10), Tschechische Republik (23), Schweiz (32), Österreich (35), Polen (49) und Belgien (56) gemeldet. Deutlich höher fielen die Erkrankungszahlen aus für Rumänien (4.154), England (1.577), Frankreich (1.041), Italien (724) und Spanien (735). Irland (131) und  Deutschland (183) zeigten sich im Mittelfeld, mit einem deutlichen Rückgang der Erkrankungszahlen im Vergleich zu 2011.

Reisende sind nach wie vor gefährdet 

So lange es noch Masern gibt, bleibt das Infektionsrisiko jedoch bestehen. Reisende die keinen Masernschutz besitzen können sich in Ländern mit Masernvorkommen anstecken und die Krankheit in ihr Heimatland importieren. So wurden zum Beispiel in den USA rund 200 Masernfälle im Jahr 2011 auf Aufenthalte im Ausland zurückgeführt und somit durch internationales Reisen verursacht. Die Masern galten noch vor wenigen Jahren in vielen Staaten der USA als quasi ausgerottet, bis sie durch Reisende die in Übersee verschiedene Länder mit Masernvorkommen besuchten, wieder ins Land importiert wurden.  

Masernimpfschutz ist bei Reisen in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen empfohlen

Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.