2. Mai 2021

Europa: Malaria bei Reisenden

Fughafenwartung iStock / ronniechua

Am 22. April 2021 veröffentlichte das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) eine Untersuchung, über die im Jahr 2019 registrierten Malaria-Fälle in Europa. Insgesamt wurden 8.641 Malaria-Fälle im europäischen Raum der EU gemeldet. Insgesamt übermittelten 29 Länder der EU ihre Malariadaten an das ECDC. Frankreich (2.840) meldete die meisten Malariaerkrankungen, gefolgt von dem Vereinigten Königreich (1.706) und Deutschland (993).  In 88 % wurde die gefährliche Form der Malaria, die Malaria tropica, diagnostiziert in den übrigen Fällen handelte es sich zumeist um die weitestgehende gutartige Form der Malaria, der Malaria tertiana. In den vergangenen Jahren wurden die meisten Malaria-Fälle während oder unmittelbar nach den Sommerferien in den Monaten Juli bis September gemeldet.

Die meisten Erkrankungen bei Reisenden wurde in Westafrika erworben 

Die Malaria trat 2019 weltweit in 87 Ländern auf und führte dort zu geschätzt mehr als 400.000 Todesfällen. Die Übertragungsgebiete liegen vor allem in Afrika, Asien, Ozeanien, Zentral- und Südamerika. Die Malaria tropica tritt häufig in Afrika, aber auch im östlichen mediterranen Raum sowie im West Pazifik und in Südostasien auf. Obgleich die Zahl der Malariakranken und -todesfälle in den Ländern mit Malaria-Vorkommen in den Jahren 2010 – 2019 deutlich gesenkt werden konnte, ist die Zahl der an Malaria erkrankten Reisenden in der EU nicht zurückgegangen. Die meisten importierten Erkrankungen werden nach Aufenthalten im  westafrikanischen Raum berichtet. Nur in Einzelfällen und unter besonderen Umständen werden die Erkrankungen in der EU erworben. 

Zwei Deutsche infizierten sich mit Malaria am Flughafen in Frankfurt 

In Deutschland ist die Zahl der Malaria-Fälle im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 10% angestiegen. Die meisten Erkrankungen wurden in Afrika erworben (v. a. Nigeria, Kamerun, Ghana, Togo, Uganda, Kenia, Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Sierra Leone, Benin und Äquatorialguinea). Nur wenige Fälle wurden in Asien erworben, davon die meisten in Indien. In Ozeanien und Südamerika wurden nur vereinzelte Malariafälle bei europäischen Rückreisenden beobachtet. An der gefährlichen Malariaform, der Malaria tropica, erkrankten in Deutschland nur fünf Reisende, die nicht den afrikanischen Kontinent besuchten. Die Infektionsländer waren in diesen Fällen die Salomoninseln, Indonesien und Kasachstan. In sehr seltenen Fällen, kann es auch in Deutschland zu einer Infektion mit dem Malaria-Erreger kommen. Dies passierte 2019 zwei Männern die auf dem Flughafen Frankfurt/Main im Bereich der Flugzeugwartung arbeiteten. Sie waren nicht in einem Reiseland mit Malaria-Vorkommen gereist, so dass davon ausgegangen werden kann, dass es sich um eine sogenannte Flughafen-assoziierte Malaria handelt, bei der die Übertragung der Malariaparasiten im Bereich des Flughafens durch Malariamücken erfolgte, die durch die Flugzeuge nach Deutschland importiert wurden.

Reisende können ihr Malariarisiko beeinflussen

Um das Risiko einer Malaria zu reduzieren, empfiehlt das Robert Koch-Institut Reisenden: