26. Okt 2015

Europa: Nahezu 100 West Nil-Fieber-Fälle

iStock/tepic In den vergangenen Wochen wurden Erkrankungsfälle des West Nil-Fiebers (WNF) aus Österreich gemeldet. Zwei Erkrankungen wurden aus der beliebten Metropole Wien berichtet. Seit 2009 werden dort sporadisch Erkrankungsfälle beobachtet. Ebenfalls seit Beginn des Monats wurde in Sofia in Bulgarien ein West Nil-Fieber-Fall registriert. Auch Rumänien meldete Infektionen, die in der Walachei, in der Gemeinde von Dolj verzeichnet wurden. Bis Anfang Oktober waren es insgesamt 17 Erkrankungsfälle die alleine aus Rumänien gemeldet wurden.  

West Nil-Fieber breitet sich in vielen europäischen Regionen aus 

Auch aus dem Süden Europas wie aus Grad in Frankreich, wurden am 8. Oktober 2015 West Nil-Fieber beobachtet. Der letzte Erkrankungsfall wurde 2003 in Var registriert. In den sechziger Jahren wurden die Infektionen vor allem aus Camargue im Süden Frankreichs berichtet. Auch in anderen europäischen Ländern werden alljährlich Erkrankungsfälle berichtet. In diesem Jahr wurden bis 8. Oktober 2015 insgesamt 96 West Nil-Fieber-Fälle aus Ländern der EU gemeldet. Insbesondere betroffen sind Italien, Serbien, Rumänien und Ungarn. In Italien wurden die Erkrankungen v.a. in Cremona, Mantova, Modena und Pavia registriert. In Serbien waren v.a. Grad Beograd, Süd Banat und die Distrikte Pcinjski, Süd Backi und Sremski betroffen.  

Risikozeit: Sommer bis Spätherbst  

Nach Aussage der Gesundheitsexperten der „European Centre for Disease Prevention and Control” dehnt sich die Viruserkrankung auf weitere neue Regionen Europas immer weiter aus. Vögel sind der natürliche Wirt des West Nil-Fieber-Virus. Durch Mücken werden die Viren von Vögeln auf Menschen und Pferde überragen. Ein Übertragungsrisiko für West Nil-Fieber besteht in Afrika, Europa, im Mittleren Osten, Nordamerika und West-Asien. Die Hauptübertragungszeit ist Sommer bis Spätherbst. In den kalten Temperaturen sterben die Mücken und somit nimmt auch das Übertragungsrisiko in den kommenden Wochen immer weiter ab.  

Guter Mückenschutz ist wichtig  

In der Regel verlaufen die meisten Infektionen ohne jegliche Beschwerden. In wenigen Fällen kann die Infektionskrankheit lebensgefährliche Beschwerden verursachen. Insbesondere gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen und abwehrgeschwächte Personen. Besonders starke Kopfschmerzen, so wie Fieber und Orientierungslosigkeit sollten als ernste Warnzeichen ernst genommen werden und sofort medizinisch untersucht werden. Reisende und Einwohner von Risikogebieten sollten einen guten Mückenschutz einhalten, um sich vor der Überträgermücke optimal zu schützen. Dazu gehören Haut bedeckende Kleidung, Mückennetze am Schlafplatz und insbesondere an freien Hautstellen regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein.