2. Jan 2013

Flug LAN 592: Meningokokken-Infektionsrisiko für Passagiere

Das Gesundheitsministerium warnt die Passagiere des Fluges LAN 592 von Santiago (Chile) nach Punta Cana (Dominikanische Republik) am 16. Dezember 2012 um 9:55 Uhr vor der Gefahr einer möglichen Meningokokken-Infektion. Eine Passagierin die mit diesem Flug unterwegs war erkrankte an Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung) und starb wenig später an den Folgen der Erkrankung. Die Gesundheitsbehörden versuchen seither die Kontaktpersonen der erkrankten Passagierin ausfindig zu machen, während Reiseanbieter sich bemühen die Passagiere des Fluges zu kontaktieren. Rund 200 Passagiere waren 7 Stunden dem Infektionsrisiko ausgesetzt.

Valparaiso und Metropolitana de Santiago sind betroffen

In Chile wurden in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt Fälle der Meningokokken-Meningitis gemeldet. Nahezu 100 Erkrankungsfälle wurden am 9. November 2012 aus zwei chilenischen Regionen gemeldet: Valparaiso und Metropolitana de Santiago. Laboruntersuchungen ergaben, dass 75% der Fälle die in Valparaiso, einer Hafenstadt am Pazifik,  berichtet wurden auf Meningokokken der Serogruppe B zurückzuführen sind. In der Region Metropolitana de Santiago, die ungefähr in der Landesmitte gelegen ist wurden zu 80% Meningokokken der Serogruppe W135 registriert.

Die Hirnhautentzündung wird durch Bakterien verursacht

Bei der Erkrankung handelt es sich um eine eitrige Hirnhautentzündung, die vor allem ein Problem für die einheimische Bevölkerung darstellt. Die sog. Meningokokken-Meningitis wird durch Bakterien (Meningokokken) verursacht, die unterschiedlichen Serogruppen angehören. Insgesamt 13 Serogruppen konnten bislang identifiziert werden, davon sind sechs Serogruppen (A, B, C, W135, X und Y) für die Mehrzahl aller weltweit gemeldeten Meningokokken-Infektionen verantwortlich.

Eine Ansteckung kann auch über Kontaktpersonen erfolgen

Die Gesundheitsbehörden befürchten eine Ausbreitung der Infektion durch Kontaktpersonen der Verstorbenen. Häufig treten bereits 3 bis 4 Tage nach der Infektion die ersten Krankheitsbeschwerden auf – gelegentlich können die ersten Symptome jedoch auch erst nach bis zu 10 Tagen ausbrechen. Ebenso können Kontaktpersonen Überträger der Meningokokken sein. Auch wenn das Infektionsrisiko hier geringer ausfällt, wird durch die vielen sekundären Kontakte eine hohe Streuung im Umfeld erzielt, die das Infektionsrisiko erhöhen.

Eine Schutzimpfung steht zur Verfügung

Ein neuer Meningokokken-Konjugatimpfstoff steht seit letztem Jahr Reisenden zur Verfügung, der Kleinkinder (ab dem vollendeten zwölften Lebensmonat), Kinder und Erwachsene vor den vier Meningokokken-Serogruppen A, C, W-135 und Y schützen kann. Dieser Impfstoff wird empfohlen für  Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Meningokokken-Erkrankungen und für Reisende in Länder mit hohem Infektionsrisiko. Die Empfehlung der routinemäßigen Impfung aller Kinder im zweiten Lebensjahr mit einem Konjugatimpfstoff gegen Meningokokken C bleibt unverändert bestehen.

Tipps für Reise-Rückkehrer und Kontaktpersonen

Passagieren und Kontaktpersonen wird geraten, sich bei den Gesundheitsbehörden zu melden und bei Auftreten von Krankheitssymptomen wie starken Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifigkeit sofort einen Arzt aufzusuchen.