17. Feb 2019

Frankreich: Masern in Wintersportgebieten

Mountainhiking, Unterkühlung, Winterwanderung iStock/Georgijevic

Touristen die einen Aufenthalt in der Region Auvergne-Rhône-Alpes planen, sollten nach anraten der örtlichen Behörden, dringend ihren Masern-Impfschutz überprüfen. Die Region im Südosten Frankreichs ist mit ihren Bergen und spektakulären Schluchten ein beliebtes Reiseziel für Skifahrer, Wanderer und Rafting-Touristen; viele Reisende planen daher für ihre Wintersportaktivitäten einen Besuch in der Region. Vor allem die Region Val Thorens ist als höchstgelegener Skiort in Europa, ein favorisierter Wintersportort der bis Anfang Mai oft besucht wird. Da die Masernfälle in der Region seit Januar 2019 ansteigen, raten die lokalen Gesundheitsbehörden zu einem dringenden Schutz vor Masern. Auch die Wintersportbegeisterten, die eine Reise in das französische Skigebiet  Les Trois Vallées in Savoyen in den französischen Alpen planen, sollten sich vergewissern, dass sie einen ausreichenden Masernschutz haben. Die meisten Masernerkrankungen wurden bislang bei Saisonarbeitern beobachtet, die in der Touristenregion arbeiten.

Frankreich unter den Top 5 Masernländern in Europa

Die Zahl der Masern hat sich in Europa im Jahr 2018 mit 82.596 Fällen im Vergleich zum Vorjahr 2017 verdreifacht und ist 15 Mal so hoch wie im Jahr 2016. Aus 47 von 53 Ländern wurden 2018 die Masern gemeldet. Nahezu Zweidrittel der Erkrankten mussten stationär in Krankenhäusern behandelt werden, 72 Kinder und Erwachsene starben. Als Ursache werden nachwievor Impflücken in vielen Regionen verantwortlich gemacht, die erst dann auffällig werden, wenn Masernausbrüche stattfinden. Immer noch liegen regionale  Durchimpfungsraten in vielen Ländern unter den erforderlichen 95%. Über 90% der Masern wurden 2018 aus 10 Ländern berichtet: Ukraine (53.218), Serbien (5.076), Israel (2.919), Frankreich (2.913), Italien (2.517), Russland (2.256), Georgien (2.203), Griechenland (2.193), Albanien (1.466) und Rumänien (1.087). Deutschland liegt mit 532 Fällen 6 Plätze unterhalb der Top Ten Länder mich den höchsten Masernraten in Europa; bei 53 europäischen Ländern mit Masernmeldungen somit jedoch immer noch im oberen Drittel.

Reisende sollten gegen Masern geschützt sein

Durch Urlauber und den weltweiten Reiseverkehr werden immer wieder Masern-Infektionsketten in Gang gesetzt. Die meisten Erkrankungsfälle werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt daher auch Reisenden den Masernimpfschutz zu überprüfen. Generell empfiehlt das RKI eine einmalige Impfung gegen Masern für alle Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist. Man geht davon aus, dass Personen, die vor 1970 geboren wurden, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern bereits durchgemacht haben. Untersuchungen in der Vorimpfära zeigten, dass 95-98% der Kinder bis zum 10. Lebensjahr eine Immunität gegen Masern aufwiesen. Dennoch empfiehlt das RKI vor 1970 geborenen Erwachsenen die Kontakt zu Masernerkrankten hatten und nicht genau wissen, ob sie durch vorherige Erkrankung oder Impfung gegen eine Infektion geschützt sind, sich gegen Masern impfen zu lassen. Seit 2010 empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) die routinemäßige Masernimpfung im Erwachsenenalter, um Masernausbrüche in der Bevölkerung zu verhindern und damit zur Ausrottung der Masern in Europa beizutragen. Auch die WHO empfiehlt internationalen Touristen eine Masern-Schutzimpfung.