25. Aug 2017

Französisch Guyana: Erneuter Gelbfieber-Fall

iStock/Sojvp2112 Zum ersten Mal seit 1998 ist in Französisch Guyana wieder ein Gelbfieber-Fall registriert worden. Die betroffene Frau hielt sich in den ländlichen Regionen von St. Elie sowie in Oiapoque im äußersten Norden Brasiliens auf. Der letzte Gelbfieber-Fall der in Französisch Guyana 1998 gemeldet wurde ereignete sich in einer Kleinstadt nahe der Grenze zu Surinam. Seither wurden keine Gelbfieber-Fälle mehr gemeldet. Die Patientin verstarb am 9. August 2017. Bislang ist unklar, ob sie die Infektion in Oiapoque, im äußersten Norden Brasiliens im Bundesstaat Amapá erworben hat oder in der Region von Saint-Élie im zentralen Norden von Französisch-Guayana, die einen Teil des dicht bewaldeten Berglands umfasst. Ebenso hielt sich die Frau im Flusstal des Oyapock (syn. Oiapoque) auf, der die Grenze zwischen Französisch-Guyana und Brasilien bildet. Seit Anfang des Jahres wurden in verschiedenen Landesteilen Brasiliens Gelbfieberfällt berichtet. Im Januar wurden allein mehr als 700 Verdachtsfälle aus Minas Gerais gemeldet. Ob dieser Fall mit den Ausbrüchen in Verbindung steht ist noch zu prüfen.

WHO empfiehlt Gelbfieber-Schutzimpfung

Französisch Guyana gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Daher empfiehlt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfiebergebiete. Laut Einreisevorschrift des Landes ist eine Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Einreisenden über dem 1. Lebensjahr. Die Impfung sollte mindestens 10 Tage vor Einreise in Gelbfieber-Risikogebiete erfolgen. Nach Prüfung der Expertenkommission der WHO im Jahr 2013 wurde darauf hingewiesen, dass eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung ausreicht, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Den Hinweis darauf ergaben zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre. Innerhalb von 30 Tagen bildet sich bei 99% aller Geimpften der vollständige immunologische Schutz aus. Zuvor galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt, daher wird im Rahmen der Einreisevorschrift in vielen Ländern noch weiterhin die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt. Es ist daher sinnvoll bei Reisen in Länder mit Gelbfieber- Impfvorschriften (auch Transit), sich über die jeweiligen aktuellen Vorschriften bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle oder der Botschaft des Einreiselandes zu informieren.

Gelbfieber auch  bei Touristen

Das Europäische Zentrum für Gesundheitsprävention (ECDPC) berichtete bereits im März 2017, dass seit August 2016 insgesamt vier europäische Touristen an Gelbfieber erkrankten. Zwei französische Touristen infizierten sich im August 2016 bei ihrer Reise durch Peru mit dem Gelbfiebervirus; einer von ihnen verstarb an den Folgen der Krankheit. Ein dritter Gelbfieber-Fall wurde bei einem dänischen Reisenden registriert, der in seinem Urlaub Bolivien besuchte. Der vierte Fall war eine holländische Touristin, die sich bei ihrem Aufenthalt in Surinam Ende Februar 2017 mit dem Gelbfiebervirus ansteckte. Alle vier Reisenden hatten keinen Gelbfieber-Impfschutz.

Gelbfieber in vielen Reiseländern

Das Gelbfiebervirus tritt nur in Afrika und Südamerika auf und wird durch Viren verursacht die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Daher sind neben der Schutzimpfung bei Aufenthalten in ländlichen Regionen auch sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen unbedingt ratsam. Gelbfieber stellt eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit dar. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende).