6. Okt 2013

Gelbfieber-Impfstoff wird knapp: Wer sollte geimpft sein?

Da es aktuell Probleme bei der Produktion des Gelbfieberimpfstoffes gibt, veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) eine Empfehlung.

Nachdem das Infektionsrisiko je nach Reiseland und -gebiet unterschiedlich hoch ist, sollte eine Impfempfehlung differenziert ausfallen.


Folgende Personen bzw. in folgenden Situationen sollte eine Impfung erfolgen:

  • Reisende die in Länder mit Gelbfieber-Impfpflicht ein- oder durchreisen
  • Reisende in Gebiete mit tatsächlichem Gelbfieber-Übertragungsrisiko
  • Bei längerfristigen Aufenthalten in Gelbfieber-Verbreitungsgebieten (auch Länder ohne Impfvorschrift)

 

In folgender Situation müsste eine Impfung nicht unbedingt erfolgen:

  • Nachimpfungen vor Ablauf der 10-jährigen Impfschutzfrist
  • Wenn im Laufe der Jahre bereits zwei oder mehr Gelbfieberimpfungen erfolgt sind

Wie es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) annimmt, kann in diesen beiden Fällen von einer Impfwirkdauer von über 10 Jahren ausgegangen werden. Erst im Mai dieses Jahres erklärte die WHO, dass sie davon ausgehe, dass eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung ausreichend sei, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Bislang galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die WHO-Einschätzung basiert auf einer Untersuchung, bei der seit den 1930er-Jahren rund 600 Millionen Dosen Gelbfieber-Impfstoff geimpft wurden und nur 12 Fälle von Impfversagen bekannt wurden. Bei diesen Fällen trat das Impfversagen bereits wenige Jahre nach der Impfung ein. Daher besteht aufgrund der aktuellen Impfstoffknappheit die aktuelle Empfehlung, nur bei den drei oben genannten Situationen zu impfen. Voraussetzung ist jedoch in jedem Fall, dass weder bei Einreise noch bei Durchreise von Ländern mit einer Impfpflicht zu rechnen ist. Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt. Im Rahmen dieser Einreisevorschrift wird gegenwärtig noch weiterhin die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt.


Gelbfieber ist lebensgefährlich
Die Erkrankung wird durch Viren verursacht, die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Die Infektionskrankheit tritt in 44 Ländern Afrikas südlich der Sahara sowie Mittel- und Südamerika auf. Gelbfieber stellt nach wie vor eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit dar. Nach Schätzungen der WHO erkranken jährlich rund 200.000 Menschen weltweit an Gelbfieber – davon entwickeln rund 15% einen ernsten Krankheitsverlauf, wiederum die Hälfte dieser Patienten verstirbt. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50% - 60% der Fälle tödlich. Der sicherste Schutz vor der Erkrankung ist die Gelbfieber-Impfung, sowie gute Mücken-Schutzmaßnahmen.