27. Dez 2015

Griechenland: Hepatitis A auf Rhodos

iStock/lite_2046 In den vergangenen Wochen wurden vereinzelte Fälle von Hepatitis A bei Reiserückkehrern aus Rhodos, Griechenland bekannt. Die englischen Touristen besuchten im Oktober die beliebte Ferieninsel und entwickelten im November erste Krankheitsbeschwerden. In fünf Fällen konnte eine Hepatitis A bestätigt werden. Ein weiterer Erkrankungsfall ist bislang noch unklar. Die Reisenden hielten sich in Faliraki und Ialyssos auf. Die Infektionsursache konnte bislang noch nicht ausfindig gemacht werden. Hepatitis A kann durch verunreinigte Lebensmittel und Getränke übertragen werden.

Bei Risikoreisen ist ein Hepatitis A-Schutz sinnvoll

Rund 70 Millionen Deutsche verreisen jährlich. Davon besuchen rund 35% die Mittelmeerregionen. Reisende in Regionen aus denen aktuelle Hepatitis A-Ausbrüche gemeldet werden, sollten eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A erwägen. Das Infektionsrisiko hängt häufig von der Reiseart und –dauer, sowie von dem Verhalten des Einzelnen ab. Meist wird ein höheres Infektionsrisiko bei Rucksackreisende gegenüber Hotelreisenden angenommen. Dennoch können auch in Hotelküchen Hepatitis A-Quellen lauern und dadurch bildet die Unterbringung in Hotels oder Touristenzentren keine absolute Sicherheit vor der Erkrankung. Ein Bespiel dafür ist der Hepatitis A-Ausbruch in Hurghada (Ägypten) der vor einigen Jahren zu über 300 Erkrankungen bei den europäischen Hotelgästen führte. Als Infektionsquelle wurde ein verunreinigter Orangensaft vermutet, der den Urlaubern zum Frühstück angeboten wurde.

Hepatitis A-Schutz – auch bei Fernreisen wichtig

Rund 7% der deutschen Reisenden buchen Fernreisen . Vor drei Jahren wurde erstmals die weltweite Zahl der internationalen Touristen von 1 Milliarde überschritten. 51% der Touristen besuchten Europa, 23% Asien und den Pazifischen Raum, 16% Nord- und Südamerika, 5% Afrika und 5% den Nahen Osten. In fast allen Ländern besteht ein Hepatitis A-Risiko. Doch die Einschätzung des Hepatitis A-Risikos bei Reisen wirft oft eine große Fragestellung auf. Ein tendentiell höheres Risiko besteht in Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika so wie im Nahen Osten.

Impfung schützt auch bei „Last Minute-Reisen“

Für viele Reiseländer Europas und vor allem den Tropen und Subtropen bildet die Impfung gegen Hepatitis A eine sinnvolle Schutzmaßnahme. In Abhängigkeit vom verwendeten Hepatitis A-Impfstoff gehören 2 bzw. 3 Impfdosen zu einer vollständigen Immunisierung. Um für die Reise einen Schutz vor Hepatitis A zu haben, genügt eine einzelne Impfdosis, auch wenn sie noch am Abreisetag (z.B. bei „Last-Minute-Reisen“) selbst erfolgen würde. Aufgrund der langen Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und ersten Krankheitszeichen) der Hepatitis A von mindestens 15 - 20 Tagen und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes (12-15 Tage) kann die Impfung noch kurz vor der Abreise verabreicht werden und dennoch einen wirksamen Impfschutz entfalten. Nach 6 Monaten erfolgt die zweite Impfung. Damit wird der Langzeitschutz erreicht und die Grundimmunisierung vollständig abgeschlossen. Der Impfschutz kann Jahrzehnte – mindestens 25 Jahre, eventuell sogar lebenslang – andauern und vor der Erkrankung schützen.