6. Jun 2014

Guinea: 37 Ebola-Erkrankungen und 21 -Todesfälle in nur vier Tagen

Die Zahl der Ebola-Erkrankungen und -Todesfälle in Westafrika nimmt weiterhin zu. Bei diesem Ausbruch handelt es sich um den ersten Ebola-Ausbruch in Westafrika, bei dem Menschen erkrankt sind. Im Jahr 1995 wurden lediglich Einzelfälle von der Elfenbeinküste berichtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet,  dass innerhalb von nur vier Tagen der vergangenen Woche 37 neue Erkrankungsfälle und 21 Todesopfer in Guinea registriert wurden. Damit steigt die Zahl der landesweit an Ebola erkrankten Personen seit Beginn des Ausbruchs auf 328. In insgesamt 208 Fällen endete die Krankheit tödlich. Am stärksten betroffen ist die Region Gueckedou, aus der 190 Erkrankungen und 140 Todesfälle berichtet wurden. Doch auch andere Regionen wie zum Beispiel Conakry, Macenta, Telimele, Dabola, Kissidougou, Dinguiraye und Boffa sind betroffen.

Ebola-Ausbruch dehnt sich auf Sierra Leone und Liberia aus

Auch in den Nachbarländern wie beispielsweise Sierra Leone und Liberia hat sich das Virus bereits ausgebreitet. So wurden in Sierra Leone 79 Erkrankungsfälle und sechs Todesfälle gezählt. Ob es sich in allen Fällen ursächlich um eine Infektion mit dem Ebola-Virus handelt wird derzeit noch geklärt. Am stärksten betroffen ist Kailahun, mit über 40 Fällen, des Weiteren auch die Regionen Kenema, Koinadugu, Bombali, Bo, Moyamba und Free Town. Aus Liberia wurden bis Ende Mai mehr als 10 Erkrankungs- und Todesfälle bekannt.

Sehr geringes Infektionsrisiko für Touristen

Die Ausbreitung des Ebola-Virus mittels Reisender (Touristen, medizinisches Hilfspersonal, o.ä.) ins Ausland wird als sehr gering eingestuft. Überhaupt ist die Gefahr einer Ebolavirus-Infektion für Touristen die Guinea-Bissau, Sierra Leone oder Liberia besuchen, sehr unwahrscheinlich. Die Europäische Seuchenkontrollbehörde ECDC meldet, dass seit Beginn des Ausbruchs keine Europäer die sich vor Kurzem in den Risikogebieten aufgehalten haben, sich mit dem Virus infiziert haben. Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt hauptsächlich durch direkten, engen Kontakt von Mensch zu Mensch, über bluthaltige Körpersekrete. Bei den bisherigen Ausbrüchen in Afrika wurde die Infektion vor allem in Krankenhäusern unter schlechten hygienischen Bedingungen übertragen. Infektionen außerhalb der Verbreitungsgebiete wurden bisher nur bei medizinischem Personal (bei der Behandlung erkrankter Personen) und bei Laborarbeiten (Kontakt mit Virus oder mit infizierten Affen) beobachtet. Daher wird die Einschleppung des Virus ins europäische Ausland als sehr gering eingestuft.


Die Infektion mit dem Ebola-Virus endet meist tödlich

Sollte ein Verdacht bestehen, so ist sofort eine medizinische Abklärung erforderlich. Beschwerden die innerhalb von 3 Wochen nach Rückkehr aus einem Risikogebieten auftreten sollten ernst genommen und umgehend medizinisch untersucht werden. Die Beschwerden beginnen plötzlich mit hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Einschränkungen der Leber- und Nierenfunktion bis hin zum Multiorgan-Versagen. Die Infektion mit dem Ebola-Virus endet in ca. 50-90% der Fälle tödlich.