26. Mrz 2014

Guinea: Ebola-Ausbruch dehnt sich weiter aus

Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 25. März ist die Zahl der Ebola-Kranken in Westafrika weiter angestiegen. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Verdachtsfälle laut WHO derzeit auf 86 – darunter 60 Todesfälle. Einige Erkrankungsfälle konnten bereits durch Blutuntersuchungen diagnostisch bestätigt werden. Unter den Toten befinden sich auch vier Gesundheitshelfer. Der Schwerpunkt des Ausbruchs liegt in den Regenwaldgebieten Guekedou, Macenta und Kissidougou im Südosten von Guinea. Auch aus der Hauptstadt Conakry werden seit Anfang Februar Erkrankungsfälle berichtet. Weitere Verdachtsfälle in den Grenzgebieten zu Liberia (Lofa) und Sierra Leone (Kailahun) werden derzeit untersucht. Bei diesem Ausbruch handelt es sich um den ersten Ebola-Ausbruch in Westafrika, bei dem Menschen erkrankt sind. Im Jahr 1995 wurden lediglich Einzelfälle von der Elfenbeinküste berichtet. 

Die Ausbreitung des Ebola-Virus mittels Reisender ist gering

Kürzlich wurde auch aus Kanada bekannt, dass ein Mann, der sich zuvor in West-Afrika aufhielt mit Verdacht auf Ebola in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Diverse Untersuchungsergebnisse konnten jedoch den Verdacht auf Ebola laut WHO nicht bestätigten. Die Ausbreitung des Ebola-Virus mittels Reisender (Touristen, medizinisches Hilfspersonal, o.ä.) ins Ausland wird als sehr gering eingestuft. Es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, so die Europäische Seuchenkontrollbehörde ECDC, dass Europäer die sich vor Kurzem in den Risikogebieten aufgehalten haben, sich mit dem Virus infiziert haben könnten und derzeit – noch beschwerdefrei – in ihr Europäisches Heimatland zurückgereist sind.

Beschwerden treten 3 Wochen nach Rückkehr auf

Sollte ein Verdacht bestehen, so ist sofort eine medizinische Abklärung erforderlich. Beschwerden die innerhalb von 3 Wochen nach Rückkehr aus einem Risikogebieten auftreten sollten ernst genommen und umgehend medizinisch untersucht werden. Die Beschwerden beginnen plötzlich mit hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Einschränkungen der Leber- und Nierenfunktion bis hin zum Multiorgan-Versagen. Die Infektion mit dem Ebola-Virus endet in ca. 50-90% der Fälle tödlich. Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt hauptsächlich durch direkten, engen Kontakt von Mensch zu Mensch, wahrscheinlich über bluthaltige Körpersekrete. Bei den bisherigen Ausbrüchen in Afrika wurde die Infektion vor allem in Krankenhäusern unter schlechten hygienischen Bedingungen übertragen. Infektionen außerhalb der Verbreitungsgebiete wurden bisher nur bei medizinischem Personal (bei der Behandlung Erkrankter) und bei Laborarbeiten (mit dem Virus oder mit infizierten Affen) beobachtet. Daher wird die Einschleppung des Virus ins europäische Ausland als sehr gering eingestuft.