17. Apr 2016

Haiti: Kampf gegen Cholera geht weiter

iStock/7Michael Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30.000 Cholera-Fälle aus der Karibik berichtet. Die meisten Fälle wurden aus nur drei Ländern gemeldet: Haiti, Dominikanische Republik und Kuba. Seit dem Erdbeben im Jahr 2010 herrschen immer noch in vielen Regionen mangelhafte hygienische und sanitäre Lebensbedingungen, die den Ausbruch von Infektionskrankheiten, wie der Cholera, fördern. Verunreinigtes Trinkwasser ist dabei eine der häufigsten Ursachen. Die meisten aller in Nord-, Mittel- und Südamerika gemeldeten Cholera-Fälle (98%) wurden daher aus Haiti berichtet. Seit Beginn des Cholera-Ausbruchs im Oktober 2010 wurden über 750.000 Cholera-Fälle in Haiti registriert – darunter mehr als 9.000 Todesfälle. Sowohl nationale als auch internationale Bemühungen zur Eindämmung der Infektionskrankheit laufen unter großen Bemühungen aller Beteiligten und haben bereits in vielen Gebieten zu einem Rückgang der Fallzahlen führen können.  

Cholera auch in der Dominikanischen Republik  

Da einige der Regionen die von der Cholera betroffen sind im südöstlichen Landesteil, in der Grenzregion zur Dominikanischen Republik liegen, hat sich die Infektionskrankheit auch von Haiti auf die Dominikanische Republik ausbreiten können. Das Infektionsrisiko betrifft jedoch in erster Linie Einheimische die unter einfachen hygienischen Bedingungen leben müssen und selten Reisende in den hygienisch gepflegten Touristenresorts. Reisende in Risikoregionen sollten stets eine gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene durchführen und von Essen und Trinken an einfachen Straßenständen absehen. Insbesondere Saftzubereitungen außerhalb der Touristenhotels (z.B. Säfte aus Zuckerrohr) die mit Wasser aus unsicheren Quellen vermengt werden und an den Straßen angeboten werden sollten nicht konsumiert werden.  

Reisende haben ein sehr geringes Risiko  

Grundsätzlich besteht für Reisende in die beliebten Strandregionen und Touristenresorts der Dominikanischen Republik ein eher sehr geringes Infektionsrisiko. Trekking-Touristen die in den Regenwäldern im Grenzgebiet der Halbinseln Dominikanische Republik und Haiti unterwegs sind haben hingegen ein etwas höheres Risiko; dazu zählt v.a. auch das Zelten oder Wohnen unter einfachen hygienischen Bedingungen in Risikoregionen. Trekkingreisende sowie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in den betroffenen Cholera-Risikogebieten v.a. in Haiti sollten eine Cholera-Schutzimpfung in Erwägung ziehen. Insbesondere dann, wenn kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Hotelreisende sollten auf das Trinken von Leitungswasser oder auf die Verwendung von durch Leitungswasser hergestellten Eiswürfeln in Drinks, vollständig verzichten. Die Cholera ist eine akute Durchfall-Erkrankung die unbehandelt in wenigen Stunden tödlich enden kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das weltweite Auftreten der Cholera auf jährlich rund 3 - 5 Millionen Erkrankungsfälle und 100 000 - 120 000 Todesfälle. Sorgfältige Hygienemaßnahmen vor allem in der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene sind immer und für jeden Reisenden empfohlen. Diese Schutzmaßnahmen dienen nicht nur dem Schutz vor den Choleraerregern, sondern auch anderen häufig  auftretenden Magen-Darm-Infektionskrankheiten die in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen.