22. Sep 2013

Haiti, Kuba, Dominikanische Republik: Aktuelle Cholerasituation

In diesem Jahr sind bereits über 300 Menschen in Haiti an der Cholera gestorben und rund 35.000 erkrankt. Im Juni und August ist an verschiedenen Stellen regional die Zahl der Erkrankungen stark angestiegen. Während der Hurrikan-Saison wird in den nächsten drei Monaten eine weitere Zunahme der Erkrankungsfälle befürchtet. Die Regenzeit hat durch lokale Überschwemmungen die Erregerausbreitung vielerorts begünstigt. In Haiti begann der Cholera-Ausbruch im Oktober 2010. Bis heute wurden seit Beginn des Ausbruchs mehr als 670.000 Erkrankungsfälle berichtet – davon mussten rund 370.000 Personen in Krankenhäusern behandelt werden. Mehr als 8.200 starben. Der Cholera-Ausbruch hat sich von Haiti auf die Dominikanische Republik und Kuba ausgebreitet. Einzelne Infektionsfälle wurden auch in andere Länder Amerikas und Europas exportiert. 

Cholerasituation in Kuba 

Der erste Cholera-Ausbruch in Cuba wurde im Juli 2012 berichtet, als 236 Personen in Manzanillo in der Granma Provinz erkrankten. Bis 23. August in diesem Jahr wurden insgesamt 163 Cholera-Fälle in den Regionen von Havana, Santiago de Cuba und Camagüey gemeldet. Unter den Erkrankten befanden sich auch Touristen aus Chile, Venezuela, Deutschland, Italien, Spanien und den Niederlanden. 

Cholerasituation in der Dominikanischen Republik  

Der erste Cholera-Fall in der Dominikanischen Republik wurde im November 2010 registriert und war der erste Cholerafall seit über 100 Jahren. Seit Beginn des Ausbruchs wurden bis heute mehr als 30.000 Erkrankungsfälle und mehr als 450 Todesfälle gezählt.  

Schutzmaßnahmen sind sinnvoll  


Für Reisende besteht jedoch nach wie vor ein sehr geringes Risiko sich zu infizieren. Sorgfältige Hygienemaßnahmen, vor allem in der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene, sind stets empfohlen und sollten vor allem auch als Schutz vor anderen - häufiger auftretenden Magen-Darm-Infektionskrankheiten - durchgeführt werden. Eine Cholera-Impfung sollte je nach Risiko erwogen werden.  Für Personen der Hilfsdienste ist die Cholera-Impfung empfohlen für Einsätze bei Katastrophen und Flüchtlingssituationen in endemischen Gebieten, speziell bei aktuellen Ausbrüchen unter mangelhaften Hygienebedingungen. Auch Trekking-Touristen die in einfachen Unterkünften wohnen sollten eine Impfung in Erwägung ziehen. Insbesondere dann, wenn kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Auf das Trinken von Leitungswasser oder auf die Verwendung von durch Leitungswasser hergestellte Eiswürfel in Drinks, sollte vollständig verzichtet werden.