22. Mai 2021

Haiti und Dominikanische Republik: Diphtherie nimmt zu

Dominikanische Republk iStock /czekma13

Die Zahl der bestätigten Diphtherie-Fälle hat auf der Insel Hispaniola, die aus der Dominikanischen Republik im Osten und Haiti im Westen besteht, weiter zugenommen. So wurden in diesem Jahr mindestens 23 Diphtherie-Fälle bestätigt, 12 davon in der Dominikanischen Republik und 11 in Haiti. Davon starben neun Personen im Zusammenhang mit der Diphtherie-Erkrankung in der Dominikanischen Republik und zwei in Haiti. Da in beiden Ländern die Durchimpfungsrate noch zu gering ist, kommt es  immer wieder zu Häufungen von Erkrankungen.

Tourist erkrankt an Diphtherie

Im vergangenen Jahr wurden aus fünf Ländern Amerikas Diphtherie-Fälle berichtet, darunter aus der Dominikanische Republik, Haiti, Brasilien, Peru und Venezuela. Die Diphtherie tritt weltweit auf, vor allem in Teilen ärmerer Weltregionen, somit auch in vielen Reiseländern. Die Diphtherie wird durch Bakterien übertragen, die ein gefährliches Gift erzeugen (Diphtherietoxin). Die Erreger werden mittels Atemluft, z.B. durch Küssen, Niesen, Husten übertragen (Tröpfcheninfektion). Eine Ausnahme bildet die Hautdiphtherie, bei der die Erregerübertragung durch Schmierinfektion stattfindet. Die Hautdiphtherie ist in Europa eher selten und tritt vor allem in den tropischen Ländern auf. 2018 erkrankte ein 51-jähriger Tourist nach seiner Rückreise aus Thailand an einer Hautdiphtherie. Weitere vereinzelte Fälle wurden in den vergangenen Jahren bei  Obdachlosen, Drogensüchtigen, aber eben auch bei Reisenden beobachtet. Eine Untersuchung die in den Jahren 2000 bis 2009 durchgeführt wurde zeigte, dass von neun Diphtherie-Erkrankungen die in Deutschland registriert wurden, sieben einen reisemedizinischen Hintergrund hatten. 

Diphtherie-Impfung ist Standardimpfung in Deutschland 

Die durchgemachte Krankheit hinterlässt keine sichere Immunität, daher ist eine vorbeugende Impfung gegen Diphtherie wichtig. Die Impfung schützt vor allem vor der Wirkung des Giftes im Körper und verhindert somit die folgenschweren Auswirkungen. Die Vergangenheit zeigte, dass bei sinkender Immunität in der Bevölkerung eine Zunahme der Diphtherie-Fälle beobachtet werden kann. Wegen der oft durch Impfmüdigkeit entstandenen Immunitätslücken der erwachsenen Bevölkerung wird eine zunehmende Empfänglichkeit beobachtet. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) standardmäßig die Diphtherie-Impfung für alle Personen in Deutschland (ab dem 3. Lebensmonat). Nicht Geimpfte oder Personen mit nicht eindeutig dokumentierter Diphtherie-Grundimmunisierung sollten die Impfung zu nächst möglichem Zeitpunkt  nachholen. Vor der Reise sollten möglichst zwei Impfungen gegen Diphtherie erfolgt sein. Nach vollständiger Grundimmunisierung kann im Fall eines erhöhten Infektionsrisikos (z.B. vor Reisen in Infektionsgebiete) mit einer Impfung nachgeimpft werden, sofern die letzte Impfung mehr als 5 Jahre zurückliegt. Außerdem empfiehlt die STIKO die Diphtherie-Impfung in Kombination mit Tetanus und Keuchhusten durchzuführen.