20. Nov 2014

Hawaii: Masern-Ausbruch

iStock/aimintang Aktuell warnt das Gesundheitsamt von Guam Reisende sich vor Einreise nach Hawaii gegen Masern impfen zu lassen. Erst am 14. November warnten die lokalen Gesundheitsbehörden von Hawaii Reisende vor einem Masern-Ausbruch der derzeit auf der Inselkette anhält. In einigen Fällen handelt es sich um importierte Masern die in Bali (Indonesien), so wie auf den Philippinen und in Los Angeles (USA) erworben wurden. Die Gesundheitsbehörden warnen davor, dass mit der bevorstehenden Urlaubszeit und dem zunehmenden Reiseverkehr, sich die Zahl der Infektionen erhöhen könnte.

Philippinen registrieren 50.000 Masern-Fälle

Auf den Philippinen sind in den vergangenen zehn Monaten mehr als 50.000 Masern-Fälle, darunter über 100 Todesfälle berichtet worden. In China sind es in diesem Jahr bereits fast 100.000 und in Vietnam rund 16.000 Masern-Fälle. Mehr als 20 Reisende aus den USA haben sich bei ihrem Urlaub auf den Philippinen in diesem Jahr mit dem Masernvirus angesteckt. Damit steigt die Zahl der Masernfälle in den USA für 2014 auf über 600. Seit dem Jahr 2000 wurden nicht mehr so viele Masern-Fälle in den USA beobachtet. In Deutschland wurden in diesem Jahr bis 12. November insgesamt 1.693 Masern-Erkrankungen registriert – die meisten Fälle in Bayern und Berlin.

WHO: rund 15,6 Mio. Masern-Todesfälle weltweit durch Masern-Schutzimpfung verhindert

Nach Schätzungen der UNICEF starben 2013 rund 145.700 Kinder an Masern (2012 rund 122.000). Die Weltgesundheitsorganisation gibt an, dass in den Jahren 2010-2013 rund 15,6 Mio. Masern-Todesfälle weltweit durch die Masern-Schutzimpfung verhindert werden konnten. Vor allem Kinder in den armen und medizinisch unterversorgten Regionen der Welt, sind durch die Masern bedroht. Durchschnittlich haben laut WHO nur 84% der Kinder weltweit eine Einzeldosis der Masernimpfung erhalten. Das bedeutet, dass rund 21.5. Millionen Kinder ohne Masernschutz der Infektionsgefahr ausgesetzt sind. Drei von fünf ungeimpften Kindern leben in den Ländern Indien, Nigeria, Pakistan, Äthiopien, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo.

Immer wieder erkranken Reisende

Seit dem Jahr 2000 haben durch die Unterstützung der UNICEF 1,7 Billionen Kinder die Masernimpfung erhalten können, doch etliche Ziele zur Elimination (Ausrottung) der Masern weltweit konnten bislang nicht umgesetzt werden und gefährden damit den Erfolg der Eliminationsmaßnahmen. Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind jedoch auch Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Anfangs November wurde erst wieder ein tragischer Fall bekannt, bei dem ein vierjähriges Kind an den möglichen Spätfolgen der Masern erkrankt ist. Dabei handelt es sich um die gefährliche SSPE (chronische Maserngehirnentzündung), die eine Spätkomplikation der Maserninfektion darstellt und immer tödlich verläuft.

Reisende sollten sich schützen

Reisende die keinen Masernschutz besitzen können sich in Ländern mit Masernvorkommen anstecken und die Krankheit in ihr Heimatland importieren. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang Fälle berichtet. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.