5. Mai 2017

Hepatitis B: Auch für Reisende ein Thema

Hepatitis iStock/Zerbor

Die globale Hepatitissituation hat auch für Reisende eine Bedeutung. Die Hepatitis B führt unbehandelt meist zu einer chronischen Erkrankung der Leber, die eine Leberzirrhose oder einen Leberkrebs nach sich ziehen kann. Bei weltweit ungefähr 350 Millionen Menschen ist das Hepatitis B-Virus nachweisbar. Damit sind sie dauerhaft als Infektionsquelle in der Bevölkerung präsent. Die Hepatitis B tritt vermehrt in Ländern Afrikas, Südamerikas, Ost-Europas, sowie im  östlichen mediterranen Raum, Südostasien, China und auf einigen Pazifischen Inseln auf. Aufgrund der starken Verbreitung der Hepatitis B und des gesundheitlichen Risikos empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Reisenden in Länder mit erhöhten Hepatitis B-Vorkommen eine Schutzimpfung.

Rechtzeitig an Hepatitis-Schutz denken

Gegen Hepatitis B schützt eine Impfung; gegen Hepatitis C existiert keine Schutzimpfung. Laut Aussage der WHO ist die Zahl der Neuinfektionen mit Hepatitis C auf 71 Mio. angestiegen. Der Hepatitis B-Schutzimpfung ist es zu verdanken, dass die Zahl der Hepatitis B-Infektionen weltweit zurückgegangen ist. Rund 84% aller Kinder die 2015 geboren wurden, erhielten eine vollständige Hepatitis B-Grundimmunisierung. Damit ist die Zahl der Hepatitis B-Neuinfektionen bei Kindern unter 5 Jahren von 4,7% auf 1,3% gefallen. Rund 257 Mio. Menschen, mehrheitlich Erwachsene, die vor Einführung der Hepatitis B-Schutzimpfung geboren wurden, leben nach aktueller Datenlage mit einer chronischen Hepatitis B.

Hepatitis stellt weltweit ein Problem dar

Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung und verbessert die Prognose. Die  Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung gegen Hepatitis B oder C ist in den meisten Ländern des Westpazifiks, sowie Afrikas und Asiens nur erschwert zugänglich. Derzeit sind nur 9% der weltweit vorkommenden Hepatitis B-Infektionen diagnostiziert (bei Hepatitis C 20%) und nur 8% (1,7 Mio. Menschen) Menschen mit Hepatitis B werden medikamentös behandelt (bei Hepatitis C 7%). Eine Hepatitis B-Erkrankung zieht eine lebenslange Therapie nach sich; Hepatitis C kann, wenn rechtzeitig erkannt, geheilt werden.

Hepatitis B und Hepatitis C machen 96% aller Todesfälle bei Virushepatitis aus

Die WHO setzt das Ziel bis zum Jahr 2030 weltweit 90% aller viralen Hepatitis-Infektionen diagnostizieren und 80% der Infizierten behandeln zu können. „Die Virushepatitis stellt eine der großen Herausforderungen im öffentlichen Gesundheitswesen dar und erfordert daher eine dringende Antwort“, appelliert die Generaldirektorin der WHO, Dr. Margaret Chan. „Schutzimpfungen und Medikamente zur Behandlung einer Hepatitis B sind vorhanden und die WHO wird Maßnahmen unterstützen, die diese Mittel an die Menschen bringen werden, die sie benötigen.“

Hepatitis-Schutzimpfung beugt vor

Um den gewünschten Schutz gegen Hepatitis B zu erhalten sind drei Impfungen erforderlich. Die erste Impfung erfolgt sofort,  die zweite Impfung nach einem Monat und die dritte Impfung nach sechs Monaten. Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen sicheren Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist. Zu diesem Ergebnis kam die STIKO nach Auswertung weltweit geführter aktueller Studien und Untersuchungen zur Hepatitis B.