30. Jul 2016

Hepatitis-Risiko auf Reisen

iStock / GreenApple78

Wie bereits in den Vorjahren, nahm der diesjährige Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2016 die weltweit hohen Erkrankungszahlen zum Anlass, um auf die Gefahr der oft unterschätzten Hepatitis-Virusinfektionen hinzuweisen. Rund 400 Millionen Menschen sind weltweit von einer Virushepatitis betroffen und rund 6 bis 8 Millionen Menschen infizieren sich pro Jahr neu mit Hepatitis. Je nach Virusinfektion entsteht eine  Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D oder Hepatitis E mit unterschiedlichen Folgen und Komplikationen. Insgesamt 96% der Todesfälle gehen auf chronische Hepatitis B und C Erkrankungen zurück und wurden größtenteils in Süd- und Ostasien registriert. Nach Schätzungen wissen 95% der Betroffenen nicht, dass Sie mit Hepatitis-Viren infiziert sind. Die globale Kampagne der WHO „NOhep“ verfolgt daher das Ziel bis zum Jahr 2030 Virushepatitis einzudämmen bzw. sogar vollständig auszurotten. Um dieses Vorhaben zu erreichen strebt die WHO flächendeckende Impfkampagnen gegen Hepatitis B an und eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Betroffenen mit chronischer Hepatitis B und C.   

Deutlich höheres Hepatitis-Risiko in den Reiseländern Afrikas und Asiens  

In den meisten Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas besteht gegenüber Deutschland ein deutlich erhöhtes Hepatitis-Infektionsrisiko durch ein erhöhtes lokales Vorkommen von Hepatitis A und B-Viren Daher sollten auch Reisende über einen Hepatitis-Schutz nachdenken. Das höchste Vorkommen besteht laut WHO, Weltgesundheitsorganisation in Ländern südlich der Sahara und Ostasien, wo 5-10% der Bevölkerung chronisch erkrankt sein sollen. Auch im Amazonas-Gebiet so wie in den südlichen Teilen von Ost- und Zentraleuropa ist mit einem erhöhten Hepatitis B-Vorkommen zu rechnen. 

Die Viren werden unterschiedlich übertragen 

Während die Hepatitis A hauptsächlich durch verunreinigte Lebensmittel und Getränke übertragen wird, ist  der Hauptübertragungsweg der Hepatitis B mittels Körperflüssigkeiten (v.a. Blut, Sperma). Aufgrund der oftmals mangelhaften hygienischen Verhältnisse in tropischen Ländern, können medizinische Bestecke (z.B. Spritzbestecke, medizinische Geräte, Bluttransfusionen) verschmutzt und u.U. auch mit Hepatitis B-Viren kontaminiert (verunreinigt) sein. Das Hepatitis-B-Virus wird u.a. durch Blut übertragen und ist 50 bis 100 Mal ansteckender als das HI-Virus, das zum Krankheitsbild AIDS führt. Für Reisende gibt es bei fit for travel eine Übersicht über die potentiellen Hepatitis-Infektionsrisiken während der Reise und im Ausland. 

Die oft unerkannte Hauptgefahr im Ausland: Der Straßenverkehr 

Nach Angaben der UN sterben jährlich 1 Million Menschen im Straßenverkehr. Mehr als eine Viertel Million sind Fußgänger. Die Vereinten Nationen befürchten, dass sich die Zahl der Unfalltoten in den nächsten Jahren sogar verdoppeln könnte. Die Mehrheit der jährlich registrierten Unfallopfer, d.h. ungefähr 80%, wird aus den ärmeren Ländern – somit aus vielen Reiseländern - berichtet. Da verunreinigte Spritzbestecke, medizinische Geräte, Bluttransfusionen etc. in Notsituationen (z.B. Unfälle) zum Einsatz kommen können, besteht in vielen Reiseländern mit unterentwickelten medizinischen und mangelhaften hygienischen Infrastrukturen  ein erhöhtes Hepatitis B-Risiko. 

Schutz vor Hepatitis A und B durch Impfung  

In den letzten Jahrzehnten hat der Reiseverkehr in Länder mit schlechter medizinischer Infrastruktur sowohl im Tourismus als auch in beruflichen Bereichen zugenommen. Zudem besteht in diesen Ländern meist auch ein erhöhtes Infektions- und Unfallrisiko. Entscheidend für den individuellen Schutz wie für die Bekämpfung von Hepatitis B ist die breite Anwendung der nunmehr seit 20 Jahren zur Verfügung stehenden Impfung. Da die Gebiete mit Hepatitis A und B-Vorkommen sich im Ausland zum großen Teil überlappen, bietet sich hier als weitere Möglichkeit die Anwendung des Hepatitis A und B-Kombinationsimpfstoffes an. Reisende, ob Sonnenbader an tropischen oder mediterranen Meeresküsten, Trekking Touristen im Himalaya oder auch Kulturreisende in Städten haben, je nach Reisestil und Reiseort, ein Hepatitis-Risiko und sollten sich daher von Fachleuten (Ärzten, Tropeninstituten, Beratungsstellen) informieren lassen.