18. Mrz 2022

Indien: Anstieg der Malariafälle in Maharashtra

Wasser interMEDIS

Im Bundesstaat Maharashtra, der westlich und zentral in Indien gelegen ist, soll sich die Zahl der  Malariaerkrankungen nach Aussage der Gesundheitsbehörden in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt haben. Obgleich ein deutlicher Rückgang der Coronavirus-Fälle beobachtet wird, bereitet der Anstieg der Malaria-Fälle Sorge. Aus den Gesundheitsberichten geht hervor, dass sich im Bundesstaat im Jahr 2021-2022 insgesamt 17.365 Menschen mit Malaria infiziert haben sollen. Im Vorjahr 2019-2020 waren es 9.491 registrierte Malariafälle. Rund 5.000 Fälle sollen alljährlich alleine aus der dichtbesiedelten Metropole Mumbai (ehem. Bombay) an der Westküste Indiens gemeldet werden. Dennoch soll hier die Zahl der Malariafälle seit dem letzten Ausbruch im Jahr 2010 deutlich zurückgegangen sein. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hat die weltweite Bekämpfung der Malaria durch die Corona-Pandemie einen erheblichen Rückschlag erlitten, da die Bekämpfungsmaßnahmen der  Gesundheitsdienste in vielen Ländern unterbrochen wurden. Laut Weltmalariabericht gab es im Jahr 2020 insgesamt 241 Millionen Malariafälle, verglichen mit 227 Millionen Fällen im Jahr 2019. Die geschätzte Zahl der Malaria-Todesfälle lag im Jahr 2020 bei 627.000 und bedeutet damit ein Anstieg um 69.000 Todesfälle gegenüber dem Vorjahr.

Monsunzeit erhöht das Übertragungsrisiko 

Saisonal kommt es in Indien alljährlich in den Monaten Mai bis Oktober durch den Monsun im Nordosten regelmäßig zu verstärkten Niederschlägen. Während den Regenzeiten, stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Wasserstellen zur Verfügung, die als Brutplätze dienen. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria, Dengue- und Chikungunya Fieber während und nach den Regenperioden häufiger auf. Die Regenzeiten können regional ausbleiben (gelegentlich im Nordwesten) oder verstärkt auftreten (v.a. im Nordosten und an der Westküste). Die im Mai/Juni beginnende Regenzeit im Südwesten des Landes schiebt sich in den Folgemonaten langsam über den gesamten indischen Subkontinent und erreicht dadurch die einzelnen Bundesstaaten in zeitlicher Versetzung. 

Risikogebiete in Indien existieren landesweit 

Das individuelle Malariarisiko wird stark durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Außerdem spielt die Reiseroute durch das regional sehr unterschiedlich  ausfallende Malaria-Übertragungsrisiko eine erhebliche Rolle. Die empfohlenen Prophylaxe-Maßnahmen sollten zuverlässig durchgeführt werden. Der Reisemediziner kann anhand der Reiseroute, der Aufenthaltsorte und -dauer beurteilen ob eine regelmäßige Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe erforderlich ist oder ob die Mitnahme einer sogenannten Malaria-Notfallmedikation ausreichend ist. In jedem Fall sollten sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung zu erzielen. Auch in Deutschland erkranken Touristen alljährlich an Malaria. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden werden in Afrika südlich der Sahara erworben (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda).