25. Jul 2020

Indien: Japanische Enzephalitis in Assam

Gemüsestand-Indien interMEDIS / Pechel

Im Bundesstaat Assam im Nordosten Indiens wurden in diesem Jahr rund 330 Erkrankungsfälle der Japanischen Enzephalitis registriert. Mindestens 48 Personen starben an den Folgen der Infektion. Die Erkrankungen wurden insbesondere aus den Distrikten Barpeta, Nalbari, Kamrup, Cachar, Udalguri, Sonitpur, Biswanath, Darrang, Dhemaji, Dibrugarh, Dhubri, Nagaon, Golaghat, Goalpara und Sivasagar gemeldet. Eine Zunahme der Erkrankungsfälle wird im Bundesstaat vor allem in den Monaten Juni, Juli und August beobachtet. Rund 20-30% aller Patienten sterben  jedes Jahr an Japanischer Enzephalitis im Bundesstaat Assam. 

Weite Verbreitung in Südostasien und Westpazifischem Raum 

Insgesamt 24 Länder in Südostasien und Westpazifischem Raum sind von einem permanenten Übertragungsrisiko der Japanischen Enzephalitis betroffen. Die WHO - Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich 68.000 Fälle, darunter ungefähr 17.000 Todesfälle. Insbesondere betroffen sind China, Indien, Sri Lanka, Nepal, Vietnam, die Philippinen und Nord-Thailand. Die Erkrankung wird durch Mücken übertragen und stellt in Asien eine der häufigsten viralen Gehirnentzündungen dar. 

Impfung schützt vor der Erkrankung 

Auch Reisende, vor allem Rucksack-Reisende in ländlichen Gebieten sind durch die lebensgefährliche Viruserkrankung gefährdet. Dieser aktuelle tragische Fall, bezeugt das Infektionsrisiko für Japanische Enzephalitis auch in größeren Touristikgebieten und zeigt auf, dass auch Reisende bei Kurzzeitaufenthalten von weniger als 14 Tagen von einem nicht unerheblichen Übertragungsrisiko betroffen sein sind. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) empfiehlt die Schutzimpfung bei Reisen in die Risikogebiete oder auch bei Reisen mit Übernachtungen in ländlichen Regionen der Risikogebiete unabhängig von der Gesamtreisedauer. Neben dem Impfschutz sind gute Mückenschutzmaßnahmen zu jeder Tages- und Nachtzeit empfohlen.