12. Jul 2013

Indien: Malaria in Chennai und Hyderbadad

Die derzeit anhaltende Monsunzeit begünstigt die Brutbedingungen der Malaria-Überträgermücken, was regional vielerorts zu einem gehäuften Auftreten geführt hat. Aus verschiedenen Regionen werden vermehrt Malaria-Erkrankungen berichtet. Mehr als Hundert Erkrankungsfälle wurden in den vergangenen beiden Wochen aus Chennai (ehem. Madras) im Bundesstaat Tamil Nadu gemeldet. Im nördlich angrenzenden Bundesstaat Andhra Pradesh werden ebenfalls Malaria-Fälle registriert - vor allem aus Hyderbadad, der Hauptstadt des Bundesstaates. Nahezu 5000 Malaria-Erkrankungen sollen im Bundesstaat in diesem Jahr bereits berichtet worden sein. Am stärksten betroffen sind die Distrikte Visakhapatnam und Vizianagaram.  

Beim Reisen den Mückenschutz nicht vergessen

Die Regenfälle im Norden des Landes halten ebenfalls vielerorts noch an. Aus Assam wurde die letzten Tage ein Anstieg des Wasserpegels in Brahmaputra und Umgebung berichtet. Insgesamt sind 11 Distrikte und über 200 Dörfer in der Region betroffen. Viele Einwohner mussten evakuiert werden. Auch in Uttar Pradesh halten die Regenfälle weiterhin an und führen zu weiteren Überschwemmungen. Urlauber sollten bei ihren Reisevorbereitungen  in den betroffenen Regionen die Umstände der Regenzeit berücksichtigen und gute Mückenschutzmaßnahmen durchführen. 

Weitere Regenfälle werden bis Oktober erwartet

Saisonal kommt es alljährlich in den Monaten Mai bis Oktober durch den Monsun im Nordosten Indiens regelmäßig zu verstärkten Niederschlägen. Davon betroffen sind die nördlichen Regionen von Bihar und Uttar Pradesh, sowie die Bundesstaaten Punjab, Haryana, Sikkim, Nagaland, Manipur, Mizoram, Tripura, Meghalaya, Assam und Westbengalen. Die Regenzeiten können regional ausbleiben (gelegentlich im Nordwesten) oder verstärkt auftreten (v.a. im Nordosten und an der Westküste). Die im Regenzeit im Südwesten Indiens schiebt sich langsam über den gesamten indischen Subkontinent und erreicht dadurch die einzelnen Bundesstaaten in zeitlicher Versetzung.

Monsun erhöht Infektionsrisiko

Während und nach den Regenzeiten, stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria und Dengue-Fieber während und nach den Regenperioden häufiger auf. Ein sorgfältiger Mückenschutz ist kontinuierlich am Tag und in der Nacht empfohlen. Die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes ist bei Reisen in Risikogebiete ebenfalls empfehlenswert und sollte zuvor mit einem Arzt besprochen werden.  Auch andere Infektionskrankheiten, wie z.B. Durchfallerkrankungen, Typhus und diverse Magen-Darm-Infektionen stellen aufgrund der mangelhaften sanitären und hygienischen Verhältnisse v.a. in den Überschwemmungsgebieten ein erhöhtes Risiko dar. Die meisten Typhuserkrankungen bei deutschen Reisenden (57%) werden in Indien erworben. Während der Regenzeit ist das Infektionsrisiko eher erhöht. Aus diesem Grund sind sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygienemaßnahme bei Reisen in die Risikogebiete empfohlen. Ein Typhus-Impfschutz sollte bei Risikoreisen erwogen werden.