31. Jan 2015

Indien: Malaria in Karnataka

interMEDIS Im Bundesstaat Karnataka im Süden Indiens ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen weiter angestiegen. Betroffen sind vor allem Dakshina Kannada und Udupi. Nahezu 10.000 Malaria-Fälle wurden im vergangenen Jahr alleine aus diesen beiden Distrikten gemeldet. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden am 22. Januar sind auch im Januar weitere Malaria-Fälle aufgetreten. Die Problematik besteht auch in der regionalen Zunahme von P. falciparum, dem gefährlichen Erreger der Malaria tropica. Viele der Erkrankungsfälle werden aus Mangalore berichtet, eine der bedeutendsten Hafenstädte in Südindien. Die meisten Erkrankungsfälle im vergangenen Jahr wurden im Juli registriert. Mangalore gilt eigentlich als Stadt mit einem geringen Malariarisiko. Die Bekämpfungsmaßnahmen wurden im letzten Halbjahr  während der Sommermonsunzeit durchgeführt, da es während dieser Zeit zu einem gehäuften Auftreten der Überträgermücken und somit zur Krankheit selber kommt. Wichtig ist es, die Zahl der Brutplätze für Mücken während der Regenzeit zu reduzieren. Kleinste Wasseransammlungen reichen den Mücken bereits als Brutstätte aus. Daher sind Erkrankungen die durch Mücken übertragen werden in Indien nicht selten.

Die meisten Malaria-Fälle treten während der Regenzeit auf

Saisonal kommt es alljährlich in den Monaten Mai bis Oktober durch den Monsun im Nordosten Indiens regelmäßig zu verstärkten Niederschlägen. Davon betroffen sind die nördlichen Regionen von Bihar und Uttar Pradesh, sowie die Bundesstaaten Punjab, Haryana, Sikkim, Nagaland, Manipur, Mizoram, Tripura, Meghalaya, Assam und Westbengalen. Die Regenzeiten können regional ausbleiben (gelegentlich im Nordwesten) oder verstärkt auftreten (v.a. im Nordosten und an der Westküste). Die Regenzeit beginnt im Südwesten des Landes und schiebt sich in den Folgemonaten langsam über den gesamten indischen Subkontinent. Dadurch erreicht sie die einzelnen Bundesstaaten in zeitlicher Versetzung.

Bei der Reiseplanung nach Indien Regenzeit berücksichtigen

Urlauber sollten bei ihren Reisevorbereitungen in Regionen die Umstände der Regenzeit berücksichtigen und gute Mückenschutzmaßnahmen durchführen. Ein sorgfältiger Mückenschutz ist kontinuierlich am Tag und in der Nacht empfohlen. Die Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe ist bei Aufenthalten in Indien für Urlauber normalerweise nicht erforderlich. Hingegen ist die Mitnahme eines sogenannten Malaria-Notfallmedikamentes bei Reisen in Risikogebiete empfehlenswert. In einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung sollte mit dem Arzt die richtige Malaria-Prophylaxe besprochen werden.  

Durchfall-Erkrankungen, Typhus & Co.

Auch andere Infektionskrankheiten, wie z.B. Durchfall-Erkrankungen, Typhus und diverse Magen-Darm-Infektionen stellen aufgrund der mangelhaften sanitären und hygienischen Verhältnisse in vielen Regionen Indiens ein erhöhtes Risiko dar. Die meisten Typhuserkrankungen bei deutschen Reisenden (57%) werden in Indien erworben. Während der Regenzeit ist das Infektionsrisiko eher erhöht. Aus diesem Grund sind sowohl sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygienemaßnahme bei Reisen in die Risikogebiete empfohlen. Ein Hepatitis A-Impfschutz ist empfohlen, ein zusätzlicher Typhus-Impfschutz kann – je nach Risiko und Exposition - erwogen werden.