15. Nov 2013

Indien: Uttar Pradesh meldet Japanische Enzephalitis

Immer wieder werden Erkrankungen der Japanischen Enzephalitis aus dem Bundesstaat Uttar Pradesh im Norden Indiens berichtet. Mehr als 2.300 Enzephalitis-Erkrankungsfälle wurden in diesem Jahr von den Behörden registriert. Ende Oktober meldeten die Gesundheitsbehörden, dass die Zahl der Todesfälle in diesem Jahr bereits auf 479 angestiegen sei. Vor allem in den letzten Oktober- und ersten Novemberwochen sind viele Erkrankungsfälle beobachtet worden. Im Osten des  Bundesstaates sind in unterschiedlichen Distrikten alleine in nur 24 Stunden sechs Kinder an der lebensgefährlichen Infektion gestorben. Mehr als 200 Patienten befinden sich derzeit noch in Krankenhäusern zur medizinischen Behandlung. 

Erhöhte Fallzahlen während und nach der Regenzeit 

Nach den Regenzeiten häufen sich im Norden Indiens die Fälle der so genannten Japanischen Enzephalitis (Entzündung des Gehirns). In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Erkrankungs- und Todesfällen. Alleine im Jahr 2005 wurden zwischen 1400 – 1600 Todesfälle infolge einer Japanischen Enzephalitis berichtet. Im Jahr 2006 lag die Zahl der Todes- und Erkrankungsfälle (500 Todesfälle/2400 Erkrankungen) im Durchschnitt bei den in diesem Jahr gemeldeten Fallzahlen. Die Japanische Enzephalitis wurde in Uttar Pradesh erstmalig 1978 durch einen Ausbruch berichtet, bei dem 721 Personen starben. Im Jahr 1988 wurden 1228 Todesfälle registriert. Die Gesundheitsbehörden bemühen sich seither durch breitflächig angelegte Impfkampagnen die Zahl der Erkrankungen zu reduzieren.


Erhöhtes Risiko in Reisanbaugebieten 

Mit Ausnahme der Höhenlagen im Nordwesten Indiens, kommt die Japanische Enzephalitis in fast allen ländlichen Regionen Indiens vor. Eine Zunahme der Erkrankungszahlen zeigt sich in den Reisanbaugebieten so wie in den Regenzeiten in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Bihar, Karnataka, Kerala, Tamil Nadu, Uttar Pradesh und West-Bengalen. Meisten handelt es sich um Gebiete die durch Touristen kaum bereist sind. 

Risiko: lebenslange Lähmungen oder Hirnschäden 

Die Japanische Enzephalitis wird durch Viren (sog. Arboviren) verursacht, die durch Stechmücken übertragen werden. Die Krankheitsbeschwerden können von einer einfachen fieberhaften Symptomatik bis hin zu schwerwiegenden Gehirn- und Gehirnhautentzündungen reichen. Rund 15.000 Todesfälle unter 50.000 Erkrankungen werden jährlich aus dem asiatischen Raum gemeldet. Rund 75% der Überlebenden leiden lebenslang unter Lähmungen oder Hirnschäden. Die Erkrankung stellt insbesondere für die einheimische Landbevölkerung v.a. in ländlichen Regionen ein Risiko dar. Am meisten gefährdet sind Kinder.  

Schutzimpfung und Mückenschutzmaßnahmen 

Eine Schutzimpfung gegen Japanische Enzephalitis kann bei Aufenthalten in ländlichen Risikogebieten sinnvoll sein und sollte daher mit dem beratenden Arzt diskutiert werden. Gute Mückenschutzmaßnahmen sollten Tag und Nacht regelmäßig und sorgfältig durchgeführt werden.