30. Mai 2016

Indien: Zunahme der Malaria befürchtet

Monsun-Indien interMEDIS / Pechel

Obgleich die Vivax-Malaria als die „gutartige Form“ der Malaria eingestuft wird, kann auch sie einen ernsten und tödlichen Verlauf einnehmen. Im Vorjahr 2015 schätzte die WHO die Zahl der Todesfälle infolge einer Malaria tertiana zwischen 1.400-14.900, davon zwischen 1.400-12.900 außerhalb der afrikanischen Region südlich der Sahara. Die meisten Fälle (ca. 74%) der sogenannte “Vivax-Malaria” (Malaria tertiana) treten nach Angaben der WHO weltweit im südostasiatischen Raum auf; nur rund 11% im mediterranen bzw. 10% im afrikanischen Raum. Im Jahr 2015 wurden weltweit rund 13,8 Mio. Malaria tertiana Fälle angenommen (WHO). Mehr als 80% aller P. vivax-Fälle werden aus drei Ländern berichtet: Indien, Pakistan und Äthiopien.

Erhöhtes Risiko in den nächsten Monaten

Durch den Monsun wird in Indien vielerorts eine Zunahme der Malaria befürchtet. Während den Regenzeiten, stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Wasserstellen zur Verfügung, die als Brutplätze dienen. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria und Dengue-Fieber während und nach den Regenperioden häufiger auf. Da auch das Zika-Virus durch Mücken übertragen werden kann, wird auch in diesem Zusammenhang das Risiko einer erhöhten Übertragung diskutiert. Saisonal kommt es in Indien alljährlich in den Monaten Mai bis Oktober durch den Monsun im Nordosten regelmäßig zu verstärkten Niederschlägen. Davon betroffen sind die nördlichen Regionen von Bihar und Uttar Pradesh, sowie die Bundesstaaten Punjab, Haryana, Sikkim, Nagaland, Manipur, Mizoram, Tripura, Meghalaya, Assam und Westbengalen. Die Regenzeiten können regional ausbleiben (gelegentlich im Nordwesten) oder verstärkt auftreten (v.a. im Nordosten und an der Westküste). Die ebenfalls im Mai/Juni beginnende Regenzeit im Südwesten des Landes schiebt sich in den Folgemonaten langsam über den gesamten indischen Subkontinent und erreicht dadurch die einzelnen Bundesstaaten in zeitlicher Versetzung.

Guter Mückenschutz und Malariavorbeugung ist ratsam

Die Zahl der Malaria-Fälle in Indien ist im Zeitraum zwischen 2000-2015 um 50-75% gesunken. Trotz dieses Erfolges bleibt die Malaria in Indien noch ein Problem. Die WHO schätzt, dass 34% aller Malaria-Fälle im Land Vivax-Malaria-Fälle sind, aber immerhin noch 66% der Fälle Falciparum-Malaria (Malaria tropica) sind. Ein sorgfältiger Mückenschutz ist kontinuierlich am Tag und in der Nacht empfohlen. Die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes ist bei Reisen in Risikogebiete ebenfalls empfehlenswert und sollte zuvor mit einem Arzt besprochen werden.