6. Mrz 2013

Indonesien: 20.000 Lepra-Fälle

mycobacteriae-leprae Seit Anfang letzten Jahres wurden mehr als 20.000 Lepra-Fälle aus Indonesien berichtet. Insgesamt 14 von 33 Provinzen sind betroffen. Rund 150 von 479 Distrikten melden neue Erkrankungsfälle. Die Lepra wird durch Bakterien (Mycobacterium leprae) verursacht, die bevorzugt die Schleimhaut der oberen Atemwege, der Augen und Hoden befallen. Im weiteren Krankheitsverlauf sind auch Muskeln, Knochen und Gelenke betroffen, so dass es unbehandelt nach einem längeren Zeitraum zur Erblindung, Lähmung und Verstümmelung kommen kann. Nach vorsichtigen Schätzungen leiden rund 2 - 4 Millionen Menschen an Behinderungen infolge einer Lepra-Erkrankung. Nach Brasilien ist Indonesien das Land aus dem weltweit die meisten Lepra-Erkrankungen gemeldet werden.

Die meisten Lepra-Fälle werden aus Südost-Asien berichtet

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in den letzten Jahren durchschnittlich 200.000 Erkrankungsfälle pro Jahr registriert. Die meisten Fälle wurden in Südostasien beobachtet. Doch auch in anderen Kontinenten, vor allem Amerika und Afrika werden Erkrankungsfälle beobachtet. Der Infektionsweg ist noch nicht vollständig erforscht und gesichert. Nachweisbar ist, dass es sich um eine Übertragung von Mensch zu Mensch handelt, die durch langzeitigen, engen Körperkontakt mit Infizierten verursacht wird. Eine sog. Tröpfcheninfektion  wird angenommen. Nur max. 10 % der Infizierten erkranken.

Drei Leprafälle im Jahr 2012 bei Rückreisenden nach Deutschland

Die Ansteckungsgefahr bei Reisenden ist theoretisch möglich, aber praktisch besteht hier ein sehr geringes Infektionsrisiko. Dennoch wurden im vergangenen Jahr drei Leprafälle in Deutschland registriert. Der letzte Fall wurde dem Robert Koch-Institut aus Bremen bei einer 44-jährigen Reisenden aus Myanmar berichtet.

Lepra ist gut heilbar

Im Falle einer  Infektion bei Reisenden (z.B. Entwicklungshelfer mit längeren Aufenthalten) ist die Lepra in der Regel durch eine medikamentöse Behandlung gut heilbar. Größere gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Verstümmelungen oder Lähmungen betreffen vor allem die einheimische Bevölkerung, aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung und notgedrungenen Lebensumständen in ärmlichen und unhygienischen Verhältnissen.