12. Okt 2014

Indonesien: Hepatitis A in Süd-Sulawesi

meeresfrucht Aus dem indonesischen Regierungsbezirk Pangkajene in der Provinz Südsulawesi haben die Gesundheitsbehörden einen öffentlichen Warnhinweis für Hepatitis A ausgesprochen. Über 100 Studenten werden derzeit gegen Hepatitis A behandelt und mehrere Erkrankte müssen stationär im Krankenhaus therapiert werden. Aus zwei Schulen wurden in der ersten Oktoberwoche vermehrt Erkrankungsfälle berichtet. Die Infektionsursache ist bislang noch unklar. Die Nahrungsmittel der Schulspeisung werden derzeit untersucht, da die Viren über verunreinigte Nahrungsmittel sich schnell ausbreiten können. Das Gesundheitsministerium empfiehlt Familienangehörigen eine Schutzimpfung und ruft zu Vorsichtsmaßnahmen innerhalb der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene auf.

Hepatitis A: Reisende sollten sich schützen

Rund 70 Millionen Deutsche verreisen jährlich. Davon besuchen rund 35% die Mittelmeerregionen, 7% Osteuropa und rund 7% buchen Fernreisen. Vor zwei Jahren wurde erstmals die weltweite Zahl der internationalen Touristen von 1 Milliarde überschritten. 51% der Touristen besuchten Europa, 23% Asien und den Pazifischen Raum, 16% Nord- und Südamerika, 5% Afrika und 5% den Nahen Osten. In fast allen Ländern besteht ein Hepatitis A-Risiko. Doch die Einschätzung des Hepatitis A-Risikos bei Reisen wirft oft eine große Fragestellung auf. Ein eher höheres Risiko besteht in Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika so wie im Nahen Osten, ein eher mittleres Risiko in den Mittelmeerländern.

Rucksack- oder Hotelreise?

Das Infektionsrisiko hängt meist von der Reiseart und –dauer, sowie von dem Verhalten des Einzelnen ab. So haben zum Beispiel Rucksackreisende gegenüber Hotelreisenden ein deutlich höheres Risiko. Doch auch eine Hotelreise oder die Unterbringung in einem Touristenzentrum bietet keine absolute Sicherheit vor der Erkrankung. Ein Bespiel dafür ist der Hepatitis A-Ausbruch in Hurghada (Ägypten) der vor einigen Jahren zu über 300 Erkrankungen bei den europäischen Hotelgästen führte. Als Infektionsquelle wurde ein verunreinigter Orangensaft vermutet, der den Urlaubern zum Frühstück angeboten wurde.

Impfung schützt – auch bei „Last Minute-Reisen“

Für viele Reiseländer Europas und vor allem den Tropen und Subtropen bildet die Impfung gegen Hepatitis A somit eine sinnvolle Schutzmaßnahme . In Abhängigkeit vom verwendeten Hepatitis A-Impfstoff gehören 2 bzw. 3 Impfdosen zu einer vollständigen Immunisierung. Um für die Reise einen Schutz vor Hepatitis A zu haben, genügt eine einzelne Impfdosis, auch wenn sie noch am Abreisetag (z.B. bei „Last-Minute-Reisen“) selbst erfolgen würde. Aufgrund der langen Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und ersten Krankheitszeichen) der Hepatitis A von mindestens 15 - 20 Tagen und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes (12-15 Tage) kann die Impfung noch kurz vor der Abreise verabreicht werden. Nach 6 Monaten erfolgt die zweite Impfung. Damit wird der Langzeitschutz erreicht und die Grundimmunisierung vollständig abgeschlossen. Der Impfschutz kann Jahrzehnte (mindestens 25 Jahre) andauern und vor der Erkrankung schützen.