3. Sep 2017

Italien: Mehr als 4.000 Masernfälle

iStock / DETart21

In den vergangenen Wochen und Monaten meldeten in Europa vor allem Italien und Rumänien vermehrt Masernausbrüche. Obgleich bereits vielerorts mit Impfkampagnen versucht wird, der weiteren Ausbreitung der Masern entgegenzuwirken, wird weiterhin eine erhöhte Zahl an Erkrankungen registriert. Bis 25. August 2017 wurden in diesem Jahr in Rumänien 6.968  Masernfälle, einschließlich 21 Todesfälle berichtet. Aus Italien wurden drei Todesfälle berichtet und jeweils ein Masern-Todesfall aus Deutschland, Bulgarien, Portugal und Frankreich. Insgesamt wurden in diesem Jahr bis 22. August in Italien 4.220 Masern-Fälle registriert. 88% aller Fälle waren nicht geimpft, in 7% der Fälle hatten die Betroffenen einen unvollständigen Impfschutz. Betroffen sind viele Erwachsene, so wie medizinisches Personal. Das japanische Gesundheitsministerium hat für Europareisende eine Warnung ausgesprochen und Reisende aufgerufen sich vor der Reise nach Europa gegen Masern schützen zu lassen Bei hohem Fieber und Hautausschlag nach Reiserückkehr sollte sofort medizinische Hilfe aufgesucht werden. Obgleich Japan vor zwei Jahren von der WHO als Land mit erfolgreich durchgeführter Masernelimination genannt wurde, wurden seither vereinzelt die Masern durch Rückreisende wieder importiert. Durch die erkrankten Reiserückkehrer kam es zu Ansteckungen im Umfeld, so dass dadurch bereits 169 Masernfälle in diesem Jahr in Japan registriert wurden.

WHO warnt vor steigenden Masernzahlen

Auch in Perth in West-Australien infizierte sich ein 10-Jähriger Schüler bei seinem Europabesuch in Italien und steckte nach seiner Rückkehr Personen in seinem Umfeld an. Die WHO warnte in diesem Jahr wiederholt  vor der steigenden Anzahl an Masern-Erkrankungen in der Europäischen Union. Betroffen sind vor allem die Länder Rumänien und Italien, so wie  Frankreich, Deutschland, Polen, Schweiz und die Ukraine. Europaweit sollen in diesem Jahr bereits mehr als 14.000 Masern-Fälle registriert worden sein. In vielen Regionen Europas liegt die Masern-Durchimpfungsrate in der Bevölkerung noch unter den erforderlichen 95%, so dass sich die Infektionskrankheit vielerorts ungehindert ausbreiten kann. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) empfiehlt den Impfschutz von Kindern und Jugendlichen v.a. vor der Reise zu überprüfen.

Große Impflücken in Deutschland

Auch Deutschland kämpft weiterhin gegen die Masern. Aufgrund einer unzureichenden Durchimpfungsrate und bestehender Impflücken wurden in diesem Jahr bereits 860 Erkrankungsfälle berichtet. Bundesweit bestehen große Impflücken. Im vergangenen Jahr waren rund 88 % der an Masern erkrankten nicht geimpft und rund 27 % mussten wegen Komplikationen stationär behandelt werden. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales empfiehlt daher allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, sowie allen Asylsuchenden sich gegen Masern  impfen zu lassen. Das Vorkommen der Erkrankung ist bundesweit. Eine 37-jährige Frau in Essen verstarb im Mai 2017 an Masern.

Thailand, Äthiopien und Südafrika: Die Masern kommen in vielen Reiseländern vor

In vielen Reiseländern werden gegenwärtig Masernausbrüche beobachtet. So wurden in diesem Jahr 1.926 Masern-Fälle in 71 Provinzen aus Thailand und 2.601 Masern-Fälle aus Äthiopien berichtet. Kenia meldete Masern in Dagahaley und Dadaab im Garissa County, Südafrika aus der Gauteng Provinz und Western Cape und Uganda aus Kampala und Wakiso. In Ländern mit politischen Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen wie Somalia wurden sogar über nahezu 15.000 Masernkranke bis August 2017 registriert und in der Demokratischen Republik Kongo über 25.000.

Reisende sind von Masern betroffen 

Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen wird eine Impfung empfohlen.