30. Jul 2021

Jemen: Malaria im Südwesten

Flugzeug, Sonnenuntergang iStock/sculpies

Seit Beginn des Jahres wurden mehrere Tausend Malaria-Fälle aus der Provinz Tai‘zz im Südwesten des Landes  gemeldet. Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörde sollen in der Provinz rund 4000 Malariafälle registriert worden sein. Die Malaria hat sich im Jemen in den Gebieten an der Westküste und den westlichen Landesteilen stark ausgebreitet. Neben der Malaria stellt auch die COVID-19-Pandemie eine große gesundheitliche Gefährdung dar, die bereits Hunderte von Menschenleben gefordert hat. Der Flughafen von Ta’izz bietet nationale und internationale Flugverbindungen und ist somit in der Region ein Dreh- und Angelpunkt für Reisende. Im Jemen insbesondere im westlichen Teil entlang des Roten Meeres und in einigen Gebieten an der Südküste kommt es häufig zu Malaria. Im Jahr 2019 schätzte die WHO die Zahl der Malariafälle im Jemen zwischen 610.000 bis 1.259.000.

Die meisten Malaria-Fälle wurden während oder nach den Sommerferien gemeldet

Am 22. April 2021 veröffentlichte das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) eine Untersuchung, über die im Jahr 2019 registrierten Malaria-Fälle in Europa. Insgesamt wurden 8.641 Malaria-Fälle im europäischen Raum der EU gemeldet. Insgesamt übermittelten 29 Länder der EU ihre Malariadaten an das ECDC. Frankreich (2.840) meldete die meisten Malariaerkrankungen unter Reiserückkehren, gefolgt von dem Vereinigten Königreich (1.706) und Deutschland (993).  In 88 % wurde die gefährliche Form der Malaria, die Malaria tropica, diagnostiziert in den übrigen Fällen handelte es sich zumeist um die weitestgehende gutartige Form der Malaria, der Malaria tertiana. In den vergangenen Jahren wurden die meisten Malaria-Fälle während oder unmittelbar nach den Sommerferien in den Monaten Juli bis September gemeldet.

Die meisten Erkrankungen bei Reisenden wurde in Westafrika erworben 

Die Malaria trat 2019 weltweit in 87 Ländern auf und führte dort zu geschätzt mehr als 400.000 Todesfällen. Die Übertragungsgebiete liegen vor allem in Afrika, Asien, Ozeanien, Zentral- und Südamerika. Die Malaria tropica tritt häufig in Afrika, aber auch im östlichen mediterranen Raum sowie im West Pazifik und in Südostasien auf. Obgleich die Zahl der Malariakranken und -todesfälle in den Ländern mit Malaria-Vorkommen in den Jahren 2010 – 2019 deutlich gesenkt werden konnte, ist die Zahl der an Malaria erkrankten Reisenden in der EU nicht zurückgegangen. Die meisten importierten Erkrankungen werden nach Aufenthalten im  westafrikanischen Raum berichtet. Nur in Einzelfällen und unter besonderen Umständen werden die Erkrankungen in der EU erworben. 

Reisende können ihr Malariarisiko beeinflussen

Um das Risiko einer Malaria zu reduzieren, empfiehlt das Robert Koch-Institut Reisenden: