1. Mai 2020

Jemen: Regenzeit erhöht Malariarisiko

Yemen, Sanaa iStock / kbros

Hilfsorganisationen wie “Ärzte ohne Grenzen”, warnen derzeit vor einem erhöhten Malaria-Übertragungsrisiko in vielen Regionen des Landes. Mit dem Beginn der Regenzeit kam es in vielen Landesteilen zu Überschwemmungen. Dadurch hat die Zahl der Brutstätten für die Überträgermücke zugenommen. Im Vorjahr behandelte die Hilfsorganisation mehr als 13.000 Malaria-Fälle im Jemen. Viele der Fälle wurden auch in Hudaydah, Hajj, Ibb, Taiz und Amran registriert. Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Land und der vielerorts fehlenden medizinischen Infrastruktur, hat die Zahl der Malariatodesfälle und auch die Zahl der Todesfälle durch Tuberkulose zugenommen. 

Malaria-Chemoprophylaxe empfohlen 

Die Malaria-Risikogebiete im Jemen liegen im ganzen Land unterhalb von 2.000m - auch auf der Insel Sokotra. Grundsätzlich ist bei Reisen nach Jemen eine Malaria-Chemoprophylxe zu erwägen. Die überwiegend im Land vorkommende Malaria tropica, ist die lebensgefährliche Form der Malaria. Daher sollten Reisende in Länder mit Malaria-Vorkommen sich rechtzeitig vor der Abreise medizinisch beraten zu lassen.

Eine reisemedizinische Beratung ist wichtig

Das individuelle Malariarisiko wird stark durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Die empfohlenen und geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Der Reisemediziner kann anhand der Reiseroute, der Aufenthaltsorte und -dauer beurteilen ob eine regelmäßige Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe erforderlich ist oder ob die Mitnahme einer sogenannten Malaria-Notfallmedikation ausreichend ist. In jedem Fall sollten sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung zu erreichen. Auch in Deutschland erkranken Touristen alljährlich an einer Malaria während oder nach ihrem Aufenthalt in Ländern mit Malaria-Vorkommen. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden werden in Afrika südlich der Sahara erworben (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda).