6. Aug 2021

Kalifornien: Streifenhörnchen positiv auf Pest getestet

Chipmunk /Streifenhörnchen iStock / RT-Images

Nachdem einige Streifenhörnchen positive auf Pest getestet wurden, schlossen die lokalen Behörden einige Gebiete am Südufer des Lake Tahoe. Beliebte Touristenorte wie das Taylor Creek Besucherzentrum und Kiva Beach mit den dazugehörigen Parkplätzen wurden vorübergehend für Besucher gesperrt. Nach Angabe der Behörden hatten die Streifenhörnchen noch keinen Kontakt zu Personen gehabt. Die Forstverwaltung geht davon aus, dass die Gebiete in Kürze wieder geöffnet werden können. Die Gesundheitsbehörden von El Dorado County informieren jedoch, dass die Pesterreger in einigen Gebieten Kaliforniens natürlich vorkommen. Daher sollten Reisende (so wie ihre Haustiere) die wandern oder anderen Aktivitäten im Freien nachgehen, den Kontakt mit Tieren vermeiden. Erst Ende Mai 2021 wurden in El Paso County im zentralen Teil des US-Bundesstaates Colorado Eichhörnchen positiv auf Pesterreger getestet. Betroffen war die Region Old North End in Colorado Springs. Grundsätzlich warnen die Gesundheitsbehörden davor, dass durch infizierte Flöhe Pesterreger auf den Menschen oder auf Haustiere übertragen werden können. 

Trekking-Reisende und Wanderer haben ein höheres Infektionsrisiko 

Grundsätzlich besteht für Reisende nur in absoluten Ausnahmefällen ein Infektionsrisiko, wobei Trekking-Reisende oder Hiker in den Risikogebieten ein höheres Infektionsrisiko haben. Dieses kann v.a. durch Aufenthalte in ländlichen Gebieten in denen aktuell Pestfälle vorkommen, gegeben sein. Meist sind diese Regionen touristisch nicht erschlossen und die Reisen finden unter einfachsten Bedingungen statt z.B. Trekking- und Abenteuertouren. In den Jahren zwischen 2010 bis 2015 wurden der Weltgesundheitsorganisation weltweit 3.248 Pestfälle gemeldet, darunter 584 Todesfälle. Aktuelle Ausbrüche wurden v.a. aus ländlichen Regionen Afrikas, Asiens, Süd- und Nordamerikas berichtet. 2017 infizierte sich ein Reisender in Madagaskar mit der Lungenpest und steckte Mitreisende an.

Vorsichtsmaßnahmen sind empfohlen

Die Gesundheitsbehörden empfehlen, wenn eine ungewöhnliche Anzahl von toten wilden Nagetieren in der unmittelbaren Umgebung bemerkt wird, sich an das örtliche Gesundheitsamt zu wenden und sich von den kranken bzw. toten Tieren fernzuhalten. Da die Pest regelmäßig unter wilden Nagetieren gefunden wird, ist es wichtig, nachfolgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Füttern oder berühren Sie keine wilden Tiere, wie Präriehunde, Kaninchen, Streifenhörnchen, Eichhörnchen und andere Nagetiere.
  • Berühren Sie keine kranken oder toten Tiere.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Wohnung so nagetiersicher wie möglich ist.
  • Tragen Sie vor und während der Wanderung ein Insektenschutzmittel zum Schutz vor Flöhen.
  • Schützen Sie Ihre Haustiere mit einer geeigneten Flohbekämpfung (Tierarzt befragen).
  • Halten Sie Haustiere und Kinder von wilden Tieren fern.

Jährlich Pestfälle in den USA

In USA kommt es seit 1900 immer wieder vereinzelnd zu Pestfällen. In den vergangenen Jahren wurden jährlich zwischen 1-17 Fälle in den USA registriert. Menschliche Pestfälle treten im Wesentlichen in zwei Regionen auf: im Norden von New Mexiko, Nord Arizona und Süd Colorado und außerdem in Kalifornien, Süd Oregon und West Nevada. In mehr als 80% aller Pestfälle in den USA handelt es sich um Beulenpest. Durch Flohstiche, die häufig primär an den Beinen zu finden sind, gelangen die Bakterien über die Lymphbahnen zuerst in die Lymphknoten der Leistenregion. Von dort ausgehend ist ein Befall weiterer Lymphknoten oder gar eine Ausbreitung auf den ganzen Körper möglich.