19. Dez 2015

Kambodscha: 850 Tollwut-Todesfälle

interMEDIS / Pechel Kambodscha gehört zu den Ländern mit den meisten Tollwut-Todesfällen. Schätzungsweise 850 Todesfälle treten alljährlich landesweit auf. Häufig kommt es zu Infektionen durch tollwütige Hunde, da die meisten der rund 4 Millionen Hunde im Land nicht gegen Tollwut geimpft sind. Rund 98% der Einwohner die wegen Hundebissen die Klinik aufsuchen berichten, dass sie nicht von einem streunenden Hund, sondern von ihrem eigenen oder dem Nachbarhund gebissen wurden. Medikamente oder Impfungen die unmittelbar nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier verabreicht werden können, sind nicht überall und sofort erhältlich und entscheiden daher häufig zwischen Leben und Tod. Die Gesundheitsbehörden planen daher durch Tollwut-Impfkampagnen von Hunden, einen Schutz der Bevölkerung zu erzielen und die Tollwut bis zum Jahr 2030 auszurotten.   

Erhöhtes Übertragungsrisiko besteht in vielen Reiseländern   

Ein erhöhtes Risiko besteht in vielen Reiseländern Afrikas und Asiens. Wie viele Personen weltweit jährlich tatsächlich an Tollwut erkranken und sterben, beläuft sich auf Schätzungen. Hauptüberträger der Tollwut ist nachwievor der Hund. In vielen Reiseländern besteht durch die große Anzahl von streunenden Hunden ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Viele Hunde leben frei und herrenlos auf den Straßen. Deshalb gilt als eiserne Regel, sich von freilaufenden Hunden – vor allem auch Welpen – fernzuhalten, da durch infizierte Tiere die Gefahr der Virusübertragung auf den Menschen besteht. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Dieser sollte neben der Wundversorgung eine aktive und passive Immunisierung gegen Tollwut durchführen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall u.U. nicht die richtigen Medikamente oder medizinischen Einrichtungen in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen.   

Langzeitreisen oder Zelten in der Natur erhöhen das Risiko  

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte eine Warnung für Reisende, nachdem eine britische Reisende sich bei ihrem Indienaufenthalt durch einen unbehandelten Hundebiss mit Tollwutviren infizierte und starb. Tragische Erkrankungsfälle bekräftigen die Tollwut-Impfempfehlung für Reisende vor allem bei Langzeitreisen in Länder mit erhöhtem Tollwutvorkommen. Bei erhöhtem Reiserisiko z.B. Trekking oder Übernachten im Freien, ist ebenfalls eine Tollwut-Schutzimpfung zu erwägen.