2. Jun 2021

Kambodscha: Chikungunya-Fieber in 11 Provinzen

Kambodscha Regenzeit iStock / aydinyunusoglu

In der nordöstlichen Provinz Kambodschas Ratanakiri wurden bis Ende Mai vermehrt Chikungunya Fieber-Fälle berichtet. Landesweit wurden aus 11 Provinzen rund 230 Chikungunya Verdachtsfälle berichtet. Der überwiegende Teil der Erkrankungen wurde in den Provinzen Ratanakiri, Kampong Chhnang und Prey Veng beobachtet. In der Provinz Ratanakiri hat die Zahl der registrierten Chikungunya Fieber-Fälle in nur einem Monat von April bis Mai deutlich zugenommen, insbesondere in den Distrikten O'Chum und Bakeo. Die Gesundheitsbehörden führen daher in den betroffenen Gebieten verstärkte Mückenbekämpfungsmaßnahmen durch, um die Zahl der Überträgermücken einzudämmen. Im vergangenen Jahr gab es einen landesweiten Ausbruch, bei dem 22 Provinzen von Chikungunya Fieber betroffen waren und rund 7.200 Personen erkrankten. Die meisten Erkrankungen wurden aus den westlichen Landesteilen Kambodschas gemeldet. Betroffen sind Personen aller Altersstufen, meist zwischen 1. und 80. Lebensjahr.

Während der Regenzeit (Juni bis Oktober) nehmen die Erkrankungen zu

Mit Beginn der Regenzeit im Juni wird eine weitere Zunahme der Erkrankungsfälle befürchtet. Während der Regenzeiten stehen für viele Insekten wie z. B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken weiter zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z. B. Chikungunya Fieber, Dengue Fieber oder auch Malaria während und nach Regenperioden häufiger auf. Auch Reisende sind bei Aufenthalten in Ländern mit Vorkommen von durch Mücken übertragbare Erkrankungen gefährdet, vor allem während und nach den Regenzeiten. Daher sollte rechtzeitig vor der Reise eine aufklärende reisemedizinische Beratung erfolgen. Die Regenzeit in Kambodscha endet meist mit dem Monat Oktober. Bis dahin tritt vermehrt Regen auf, der in aller Regel am Nachmittag, Abends oder auch in den Nachtstunden auftritt.

Auch Reisende können an Chikungunya Fieber erkranken.

Im vergangenen Jahr meldete das Robert Koch-Institut, das im Vorjahr 2019 insgesamt 88 deutsche Reiserückkehrer an Chikungunya Fieber erkrankten; die meisten in Thailand (49 %). Aber auch Länder wie Myanmar, die Malediven, Sri Lanka, Indien und Brasilien wurden als Infektionsländer für Chikungunya Fieber bei Urlaubern registriert. Zudem wurden aus Kambodscha im Jahr 2019 insgesamt 38 Dengue Fieber-Fälle bei deutschen Rückreisenden registriert. Gute Mückenschutzmaßnahmen sind daher unbedingt einzuhalten. Chikungunya-Viren werden durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen, daher sind die Mückenschutzmaßnahmen Tag und Nacht durchzuhalten.

Sehr starken Muskel- und Gelenkschmerzen

Die Beschwerden des Chikungunya Fiebers ähneln der des Dengue Fiebers, das ebenfalls durch Mücken übertragen wird. Der Name "Chikungunya" kommt aus Tansania und bedeutet "der gekrümmt Gehende". Damit werden die Hauptbeschwerden der Erkrankung beschrieben, nämlich sehr starke Muskel- und Gliederschmerzen, die zu einer schmerzhaft zusammengekrümmten Körperhaltung führen können. Vor allem Personen mit besonderem gesundheitlichem Risiko wird empfohlen, sich vor der Reise von einem Arzt reisemedizinisch beraten zu lassen.