12. Apr 2015

Kanada: Masern aus China importiert

iStock/sculpies Die kanadischen Gesundheitsbehörden warnen, dass bei einem Flug am 4. April (Air Canada Flug AC 6601) aus Peking (China) nach Vancouver (Kanada) bei einem Passagier die Masern festgestellt wurden. Mitreisende und Kontaktpersonen ohne Masernimmunität (natürliche Immunität oder Impfung) tragen ein erhöhtes Risiko sich beim erkrankten Passagier angesteckt zu haben. Vancouver liegt in British Columbia an der Westküste Kanadas. Bereits zwei Wochen zuvor am 21. März 2015, kam es zu zwei Erkrankungsfällen bei kanadischen Studenten die ebenfalls von Peking nach Vancouver flogen und an Masern erkrankten. Weitere Kontaktpersonen im Umfeld der beiden heimkehrenden Touristen infizierten sich und erkrankten. Seit die ersten Masernfälle Ende März registriert wurden, ist die Zahl der an Masern erkrankten im Umfeld der Heimkehrer immer weiter angestiegen. Masern ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit. Nach Angaben der kanadischen Gesundheitsbehörden tritt bei 3.000 Masernfällen in Kanada ein Todesfall auf.

Masernimpfung für Reisende nach China

Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder kommt es auch zu Masernvirus-Infektionen bei China-Reisen. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.

Masern können tödich verlaufen

Immer wieder kommt es unter den Masernkranken zu schweren Komplikationen oder sogar Todesfällen – auch in Europa. Eine der gefährlichsten Spätkomplikationen ist die SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis) eine chronische Gehirnentzündung, die fast immer tödlich verläuft. Nach vorsichtigen Schätzungen der UNICEF starben im Jahr 2013 rund 145.000 Kinder an Masern – im Vorjahr 2012 waren es rund 122.000. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) räumt ein, dass durch die Masern-Schutzimpfung in den Jahren 2010-2013 rund 15,6 Mio. Masern-Todesfälle weltweit verhindert werden konnten. Ein erhöhtes Risiko für Masern tragen vor allem Kinder in den medizinisch unterversorgten Regionen der Welt. Laut WHO haben nur durchschnittlich 84% der Kinder weltweit eine Einzeldosis der  Masernimpfung erhalten. Drei von fünf ungeimpften Kindern leben in Reiseländern wie Indien, Äthiopien  und Indonesien, aber auch in Krisengebieten von Pakistan,  Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo.