2. Jun 2017

Kanada: Mehr Keuchhusten-Fälle

Checklist for travellers iStock/Marcus Brown

Im Nordwesten von Saskatchewan, Kanada wurde in den vergangenen Wochen ein deutlicher Anstieg von Keuchhusten (Pertussis) verzeichnet. Seit Anfang Mai melden die Gesundheitsbehörden Erkrankungsfälle aus der Prince Albert Parkland Health Region. Dieser Landkreis liegt im Zentrum von Saskatchewan und umfasst mehr als 80.000 Einwohner. Eine der größten Städte ist Prince Albert, in der fast die Hälfte aller Einwohner lebt. Umfassende Impfkampagnen werden derzeit durchgeführt um dem Ausbruch entgegenzuwirken. Auch aus dem benachbarten USA werden vermehrt Keuchhusten-Fälle berichtet. In Granger im Bundesstaat Washington wurden mehrere Erkrankungen berichtet, so dass die Gesundheitsbehörden in Schulen und öffentlichen Einrichtungen Impfpasskontrollen und Impfungen durchgeführt haben. Betroffen sind neben Granger, auch Sunnyside, Mabton und andere kleinere Ortschaften im Yakima Distrikt.  Insbesondere in den Monaten des Frühjahres treten dort vermehrt Erkrankungsfälle auf. 

Ärzte betonen die Gefahr der Ansteckung

Auch bei Schulkindern wurden Pertussis-Infektionen registriert. Die Ärzte betonen die Gesundheitsgefahr die von erkrankten Schulkindern ausgeht. Diese können die Infektion an ihre Großelternn oder auch ungeimpfte Säuglinge weitergeben. Die Infektion kann gerade in diesen beiden Altersgruppen zu Komplikationen und im ungünstigsten Fall auch zum Tod führen.

Keuchhusten bildet auch in Europa ein Problem  

Auch in Europa stellt der Keuchhusten (Pertussis) noch immer ein Problem dar. Daher ist in  Deutschland eine Schutzimpfung empfohlen. Die empfohlene Auffrischimpfung im Jugendalter wird zu wenig wahrgenommen. Daher erkranken immer wieder Kinder und Jugendliche erkranken an der gefährlichen Infektionskrankheit. Untersuchungen in den USA zeigten, dass ungeimpfte Kinder und Jugendliche ein acht Mal höheres Erkrankungsrisiko gegenüber geimpften Kindern haben. Erkranken geimpfte Kinder, so fallen die Krankheitsbeschwerden in aller Regel milder aus und die Ansteckungsgefahr die von ihnen ausgeht ist geringer als bei Ungeimpften. Durch Husten, Niesen oder Sprechen werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion durch Kontakt mit infektiösen Personen innerhalb eines Abstandes bis zu 1 Meter übertragen. Auch Gesunde, gegen Keuchhusten-Geimpfte können nach Kontakt mit dem Erreger für kurze Zeit (Über)träger des Krankheitserregers sein. Insbesondere Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger eine zunehmende Rolle. Keuchhusten tritt in Mitteleuropa ganzjährig mit Höhepunkten im Herbst und Winter auf.  

Immer mehr Erwachsene erkranken 

In den letzten Jahren wurde eine Altersverschiebung der Erkrankung sichtbar. Im Jahr 1995 lag das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 15,1 Jahren, im Jahr 2008 lag es bereits bei 41,7 Jahren. Dieser Altersanstieg wird u.a. auf die Abnahme der Immunität zurückgeführt. Daher wird zur Senkung der Erkrankungszahlen bei Erwachsenen und zum Schutz von Säuglingen seit 2009 allen Erwachsenen bei der nächst fälligen Tetanus und Diphtherie-Impfung empfohlen, einmalig auch gegen Pertussis zu impfen. Laut Empfehlungen der STIKO gehören zu der Zielgruppe  der Impfung, sofern in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Keuchhusten stattgefunden hat, neben dem Personal im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen, Frauen im gebärfähigen Alter sowie auch enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Großeltern) und Betreuer (z.B. Tagesmütter, Babysitter). Der Impfpass gibt Aufschluss darüber, wann die letzte Tetanus-Diphtherie-Impfung stattgefunden hat. Ist die Impfung bereits 10 Jahre oder länger her, ist es Zeit den Impfschutz aufzufrischen. In diesem Fall sollte einmalig (Kombinationsimpfstoff) auch gegen Pertussis geimpft werden.