17. Dez 2013

Kanarische Inseln: Ciguatera nach Fischverzehr auf Lanzerote

Die Gesundheitsbehörden der Kanarischen Inseln melden zehn Erkrankungsfälle von Ciguatera durch Fischverzehr in San Bartolomé. Die Erkrankten berichten über Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Parästhesien. Typisch für die Parästesie sind ein Kribbeln, Juckreiz oder „Ameisenlaufen“ bzw. ein Gefühl der Pelzigkeit. In vielen Fällen treten Missempfindungen auf wie z.B. die Umkehr des Warm-Kalt-Empfindens, die monatelang anhalten können.  

Vergiftungen aus San Bartolomé gemeldet 

San Bartolomé ist eine der Küstengemeinden der Insel Lanzarote, die zu den großen Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean gehört. Sie liegt ungefähr 140 km westlich der marokkanischen Küste. Die Gefahr der Fisch-Vergiftungen „Ciguatera“ stellt aufgrund der vielen Riff-Fische die sich um die Inseln Lanzarote, Teneriffa und Fuerteventura herum aufhalten, ein permanentes Problem dar. Daher kommt es auf den Kanarischen Inseln seit  2004 immer wieder zu Zwischenfällen. Häufig wird die Infektion durch den Verzehr der Stachelmakrele hervorgerufen. Viele Erkrankungsfälle stehen im Zusammenhang mit Aktivitäten wie Sport-Fischen.  

Die Fische selbst sind nicht giftig  

Die Ciguagifte stammen von Algen (sog. Dinoflagellaten) die von kleinen Fischen aufgenommen werden. Diese kleinen Fische werden häufig von Raubfischen (z.B. Riffbarsche) gefressen, die als Delikatesse in Speiserestaurants angeboten werden. Die tropentypische Fischvergiftung Ciguatera gewinnt in den letzten Jahren in der Reisemedizin zunehmend an Bedeutung, da auch Reisende betroffen sind. In den meisten Fällen erfolgt die Vergiftung durch den Verzehr von Riff-Fischen.  

Vorsicht vor dem Verzehr von Stachelmakrelen auf den Kanaren 

Auch auf den Kanarischen Inseln werden alljährlich Ciguatera-Fälle berichtet. Häufig sind die Vergiftungen auf den Verzehr der Stachelmakrele („Yellowtail Amberjack“) zurückzuführen. Den Fischen ist von außen nichts anzusehen. Auch geschmacklich bleiben sie unverändert. Die Gifte der Algen sind weder durch kochen, salzen, braten oder anderen Zubereitungsmöglichkeiten zu zerstören. Der einzige Schutz ist auf den Verzehr von Meerestieren – auf den Kanaren vor allem der Stachelmakrele (amberjack) – zu verzichten.