30. Dez 2017

Kenia: Amöbiasis im Bezirk Meru

Amöbe iStock / frentusha

In Tigania, im Bezirk Meru wurden 29 Personen mit Amöbiasis im Krankenhaus aufgenommen; ein Patient verstarb. Die Erkrankungsfälle wurden am 26. Dezember berichtet. Zunächst bestand die Sorge eines Cholera-Ausbruchs, aber Untersuchungen im Krankenhaus ergaben eine Infektion mit Amöben. Die Patienten zeigten starke Übelkeit, mit Bauchschmerzen und Erbrechen. Es wird angenommen, dass die Ursache des Ausbruchs verunreinigtes Trinkwasser ist.

Weltweit rund 500 Millionen Infizierte  

Die Amöbenruhr wird durch sog. Ruhramöben (Entamoeba histolytica) verursacht. Weltweit geht man von ca. 500 Millionen Infizierten aus, wobei die Mehrheit der Betroffenen in tropischen Ländern lebt. In Ländern wie z. B. Kenia, Bangladesch, Indonesien, Thailand, Indien und Vietnam werden häufiger Erkrankungen gemeldet. In vielen Fällen treten keine Beschwerden auf. In anderen Fällen dringen die Amöben aus dem Darminhalt in die Darmschleimhaut ein und bewirken in der Folge schmerzhafte, blutige Durchfälle. Diese Beschwerden können Monate anhalten und unbehandelt zu Entzündungen und Geschwüren des Dickdarms führen. Man spricht in dem Fall von einer Amöbenruhr.  

Verunreinigtes Obst, Gemüse und Trinkwasser können die Ursache sein 


Je niedriger der hygienische Standard, umso größer das Infektionsrisiko. Die Übertragung erfolgt durch unsauberes Trinkwasser- und Nahrungsmittel, z. B. ungewaschene Früchte, Gemüse etc. Auch Reisende können erkranken. Daher werden sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene empfohlen. Eine herkömmliche Trinkwasserentkeimung durch Chlorung reicht in aller Regel nicht aus, um die Amöben abzutöten. Meistens kommt es durch den Verzehr von Nahrungsmitteln (z.B. Obst , Gemüse) oder durch verunreinigtes Trinkwasser zu einer Infektion. Durchfälle, die nach Reiserückkehr weiterhin bestehen, sollten unbedingt untersucht und ärztlich abgeklärt werden.