17. Aug 2017

Kenia: Kala Azar im Norden und Osten

interMEDIS / Pechel Termitenhügel in Ostafrika

Insgesammt 277 Kala Azar-Erkrankungen wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres aus Kenia gemeldet; darunter sieben Todesfälle. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden traten die Todesfälle in zwei Regionen auf: Marsabit County im Norden des Landes und Wajir-County im Osten.  In Marsabit wurden insgesamt 162 Fälle in Laisamis, North Horr und Saku registriert; drei Patienten verstarben. In Wajir wurden 115 Kala Azar-Kranke gezählt, darunter vier Todesfälle.  

Kala Azar kann tödlich verlaufen  

Fälle der sogenannten „viszeralen Leishmaniose“ (auch „Kala Azar“ genannt) werden immer wieder in Kenia beobachtet. Vor allem während Trockenzeiten kommt es im Norden Kenias vermehrt zu Erkrankungsfällen. Kala Azar wird durch Parasiten - sogenannte Leishmanien - verursacht. Die Erreger werden durch den Stich von Schmetterlingsmücken (Familie der Schmetterlingsmücken) übertragen. Leishmanien befallen bestimmte Zellen des Immunsystems und schädigen dadurch Milz, Leber, Knochenmark und Lymphknoten. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich nach der Erregerart, der Größe des Erregerbefalls als auch nach der Abwehrkraft der infizierten Person. Im Rahmen einer Allgemeininfektion befallen die Parasiten wichtige Körperorgane und beeinträchtigen ihre Funktionen. Das daraus resultierende Krankheitsbild der Kala Azar ist schwerwiegend und endet in der Regel unbehandelt meist tödlich.  

90% aller Fälle weltweit in sechs Ländern registriert  

Leishmaniose stellt in vielen Reiseländern ein Problem dar. Die WHO informierte, dass 2014 mehr als 90% aller Fälle weltweit aus sechs Ländern berichtet wurden: Brasilien, Äthiopien, Indien, Somalia, Süd-Sudan und Sudan. Die Bekämpfungsprogramme die gegen Leishmaniosis durch die WHO in Südostasien durchgeführt wurden, zeigten in den vergangenen Jahren eine deutliche Abnahme der Erkrankungszahlen. So wurden 2066 zum Beispiel rund 9.000 Kala Azar-Fälle aus Bangladesch berichtet; im Jahr 2014 waren es nur mehr rund 600 Fälle.  

Termitenhügel sollten gemieden werden  

Die Überträgermücke hält sich in Kenia bevorzugt in Termitenhügeln auf. Von der Krankheit betroffen ist jedoch meist die arme Schicht der Bevölkerung, mit schlechtem Ernährungszustand. Dennoch sollten Reisende sich vor der Überträgermücke durch gute Mückenschutzmaßnahmen schützen und sich möglichst von Termitenhügeln fernhalten.