5. Jun 2021

Kenia: Masern breiten sich aus

Afrika-Kind (2) interMEDIS / Pechel

Aus den Regionen von West Pokot County und Garissa in Kenia werden aktuell vermehrt Masern-Fälle berichtet. Rund 615 Masern-Fälle wurden bis 29. Mai 2021 verzeichnet, darunter auch ein Todesfall, der in Pokot-Nord registriert wurde. Seit Oktober 2019 werden aus Pokot-Nord, -Süd, -Zentral und -West vermehrt Masern-Erkrankungen berichtet. Das Gesundheitsministerium hat daher Masern-Impfkampagnen in den Regionen gestartet, um der hoch-infektiösen Erkrankung entgegenzuwirken. Aus verschiedenen afrikanischen Ländern werden aktuell Masernfälle berichtet. Zu diesen Ländern gehören u. a. Angola, Burundi, Kamerun, Zentralafrika, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Guinea, Kenia, Liberia, Mali, Mosambik, Niger, Nigeria und der Südsudan. In der Demokratischen Republik Kongo wurden im Jahr 2020 mehr als 70.000 Masern-Verdachtsfälle berichtet, darunter über 1.000 Todesfälle. Die Masern stellen auf dem afrikanischen Kontinent, vor allem südlich der Sahara ein großes Problem dar, vor allem da die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung vielerorts gering ist und sich das Virus dadurch ungehindert ausbreiten kann.

Die Masern stellen auch für Reisende ein Problem dar

Die Masern treten weltweit auf und sind auch für Reisende ein Risiko. Durch Urlauber und den weltweiten Reiseverkehr werden immer wieder Masern-Infektionsketten in Gang gesetzt. Die meisten Erkrankungsfälle werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Masern gehören zu einer der ansteckendsten Krankheiten weltweit. Sie können sich schnell und ungehindert bei nicht-immunen und ungeimpften Personen ausbreiten. Masern können direkt durch enge Personenkotakte, aber auch durch Tröpfcheninfektion mittels Husten oder Niesen verbreitet werden, aber auch durch den Kontakt mit infizierten Sekreten aus Nasen- und Rachenraum. Das Virus kann bis zu zwei Stunden aktiv in der Luft oder an Gegenständen ansteckend sein und jede nicht immune Person kann sich infizieren.

WHO empfiehlt Reisenden einen Masern-Impfschutz

Selbst in Ländern mit hohem medizinischem Standard kommt es in einem Viertel der Fälle zu Komplikationen und Krankenhauseinweisungen. Kommt es im Rahmen der Masern zu Komplikationen, können sie tödlich enden oder auch lebenslange Schäden verursachen wie Hirnschäden, Blindheit und Taubheit. Kleine Kinder haben das höchste Risiko für Masern-Komplikationen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Masern weltweit auszurotten. Da die Masern weltweit Auftreten und somit auch an vielen Reiseorten, hat die WHO für internationale Reisende Empfehlungen ausgesprochen. 

  • Alle Reisende sollten vor der Reise ihren Masernschutz überprüfen
  • Reisende mit unklarem Impfstatus sollten laut WHO mindestens eine Masernimpfung 15 Tage vor der Abreise erhalten.
  • Die Masern-Impfung kann gleichzeitig mit anderen Reiseimpfungen verabreicht werden.
  • Die Masern-Impfung ist für Schwangere nicht empfohlen.
  • Reisende sollten sich des Masern-Übertragungsrisikos bewusst sein sowie sich über die Beschwerden und Komplikationen durch ihren Arzt aufklären lassen.
  • Die WHO empfiehlt Kindern ab dem 6. Lebensmonat, die in Regionen mit Masernausbrüchen reisen, eine zusätzliche Masernschutzimpfung. Kinder im Alter von 6. bis 9. Lebensmonat, die eine zusätzliche Schutzimpfung erhalten, sollten die zweite Impfung gemäß dem nationalen Impfplan ihres Heimatlandes erhalten.

Masernschutzgesetz in Deutschland

Seit 1. März 2020 ist in Deutschland das Masernschutzgesetz in Kraft getreten. Es sieht vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der STIKO (Ständigen Impfkommission) empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen. Das Bundesgesundheitsministerium weist darum hin, dass darüber hinaus auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson in der Regel ein Nachweis über die Masernimpfung erfolgen muss. Außerdem gilt das Masernschutzgesetz auch für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal (soweit diese Personen nach 1970 geboren sind). Zudem müssen auch Asylbewerber und Flüchtlinge den Impfschutz vier Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft aufweisen.