22. Jul 2016

Kenia, Tansania und Dem. Rep. Kongo: Cholera-Ausbrüche

interMEDIS

In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden mehr als 29.000 Cholera-Fälle aus 13 afrikanischen Ländern berichtet. In 458 Fällen verlief die Krankheit tödlich. Mit 10.861 registrierten Fällen wurden die meisten Erkrankungen in der Demokratischen Republik Kongo verzeichnet. Tansania liegt mit 8.203 Cholera-Erkrankungen auf dem traurigen zweiten Platz. In Kenia wurden 5.735 Fälle gemeldet. Mehrere Hundert Erkrankungen wurden in Sambia, Malawi, Mosambik und Uganda beobachtet und einzelne regionale Fälle auch in Nigeria, Liberia, Benin, Burundi, Simbabwe und der Elfenbeinküste.  

El Niño begünstigt Cholera-Ausbrüche in Süd- und Ostafrika

Die Zunahme der Cholera-Ausbrüche wird ursächlich in den verstärkten Regenfällen durch El Niño gesehen, die im Osten und Süden Afrikas auftreten.  Das Klimaphänomen El Niño entsteht etwa alle sieben Jahre im tropischen Pazifik und verursacht in vielen Regionen extreme Wetterbedingungen. Nach Aussage der UN könnte es sich bei dem aktuellen El Niño-Phänomen um eines der stärksten in den vergangenen 35 Jahren handeln. In vielen afrikanischen Staaten wie Namibia, Malawi oder Mosambik bedeutet dies eine Dürre die zu Nahrungsmittelengpässen der Bevölkerung führt – in anderen Ländern verwüsten sintflutartige Regenmassen in Teilen Tansanias oder der Demokratischen Republik Kongo das Land und führen neben der Nahrungsmittelknappheit noch zu schlechten hygienischen Umständen, die den Ausbruch von Krankheiten, wie zum Beispiel der Cholera begünstigen.  
 
Erhöhtes Risiko in einfachen Unterkünften

Grundsätzlich besteht für den „normalen“ Safari-Reisenden jedoch ein eher sehr geringes Infektionsrisiko. Trekking-Touristen die in Risikogebieten unterwegs sind und Zelten bzw. in einfachen Unterkünften wohnen haben hingegen ein höheres Risiko und sollten eine Cholera-Impfung in Erwägung ziehen. Insbesondere dann, wenn kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Hotelreisende sollten auf das Trinken von Leitungswasser oder auf die Verwendung von durch Leitungswasser hergestellten Eiswürfeln in Drinks, vollständig verzichten. 

Eine Impfung kann ratsam sein 

Die Cholera ist eine akute Durchfall-Erkrankung die unbehandelt in wenigen Stunden tödlich enden kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das weltweite Auftreten der Cholera auf jährlich rund 3 - 5 Millionen Erkrankungsfälle und 100 000 - 120 000 Todesfälle. Sorgfältige Hygienemaßnahmen vor allem in der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene sind immer und für jeden Reisenden empfohlen. Diese Schutzmaßnahmen dienen nicht nur dem Schutz vor den Choleraerregern, sondern auch anderen häufiger auftretenden Magen-Darm-Infektionskrankheiten die in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen. Bei Hilfseinsätzen oder Reisen unter einfachen Bedingungen in den aktuellen Cholera-Risikogebieten sollte eine Schutzimpfung in Erwägung gezogen werden.