13. Feb 2015

Kirgisistan: 3.000 Masern-Fälle im Januar

iStock/baona Nahezu 3.000 Masern-Fälle wurden im Januar in Kirgisistan registriert. Viele der Fälle wurden bereits durch Laboruntersuchungen verifiziert. Rund 1.200 Erkrankungen wurden in Kindergärten, Schulen, Universitäten und anderen Gemeinschaftseinrichtungen beobachtet. Bei 60% aller Erkrankten waren Kinder und Jugendliche betroffen die stationär in Krankenhäusern behandelt werden mussten. In den vergangenen Jahren waren Impfkampagnen in Kirgisistan durch politische Unruhen erschwert, so dass viele Kinder und Jugendliche nicht geimpft wurden. Daher können sich die Masern vielerorts ungehindert ausbreiten. Doch nicht nur im Ausland, auch in Europa werden derzeit vermehrt Masern-Fälle berichtet. Nach Aussage der WHO haben seit 2007 die Masern in Europa um 348% zugenommen.  

Deutschland: Masern-Ausbruch in Berlin  

Nahezu  470  Erkrankungen wurden seit Oktober 2014 aus Berlin gemeldet – darunter rund 350 Fälle alleine in diesem Jahr. Mehr als die Hälfte der Erkrankten sind Erwachsene im Alter von 18 und 45 Jahren. Bundesweit besteht gerade in dieser Altersgruppe große Impflücken. Der Masern-Ausbruch hatte seinen Ursprung unter Asylsuchenden aus Bosnien Herzegowina und Serbien. In der Zwischenzeit hat sich die Infektionskrankheit jedoch auf die Berliner Bevölkerung ausgebreitet, so dass derzeit nur mehr jeder vierte Betroffene ein Asylbewerber ist. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales empfiehlt daher allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, sowie allen Asylsuchenden sich gegen Masern  impfen zu lassen.  

USA: Masern nach Besuch im Abenteuerpark 

Auch in Amerika steigen die Masern-Zahlen weiter an. Bis Ende Januar wurden in nur vier Wochen über 80 Masern-Erkrankungen aus 14 Bundesstaaten gemeldet. Die meisten Erkrankungen sind auf Kontakte im Abenteuerpark im „Disney California Adventure Park“ zurückzuführen. Die Gesundheitsbehörden warnen weiterhin, dass bei Besuch von Großveranstaltungen, Freizeit- oder Abenteuerparks, immer die Gefahr einer Maserninfektion besteht. Personen die mit dem Masernvirus infiziert aber noch nicht erkrankt sind, können bei größeren Menschenansammlungen die sehr infektiöse Krankheit übertragen. So erkrankten auch einige Besucher die sich in Disneyland aufhielten nach ihrer Rückreise in Utah, Washington, Oregon, Colorado und Mexiko an Masern. Die Gesundheitsbehörden betonen, dass bei vorhandener Masern-Immunität ein Besuch von Disneyland absolut sicher sei. Daher sollten Säuglinge unter sechs Monaten, die noch keine Masern Immunisierung erhalten haben, Orte meiden, an denen sich internationale Reisende vermehrt aufhalten und somit ein Masernrisiko besteht. Dazu zählen u.a. Freizeitparks oder Flughäfen.  

Masernimpfung ist sinnvoll  

Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.