27. Aug 2015

Korsika: Bilharziose-Risiko im Fluss Cavu?

iStock/Gwenvidig Endlich wurde die Badewarnung in diesem Jahr für den Fluss Cavu nahe der Stadt Porto Veccio im Süden Korsikas aufgehoben. Doch wie sicher ist nun das Wasser? Ein kurzer Süßwasser-Kontakt im Fluss Cavu hatte in den Jahren 2011 bis 2013 ausgereicht, dass mehrere deutsche und französische Urlauber an Bilharziose erkrankten. Alleine der Fußkontakt mit dem Wasser hatte bei manchem Badenden zu einer Infektion geführt. Aktuelle Untersuchungen bei französischen Reisenden aus den Jahren 2011 bis 2013 ergaben, dass bei 110 Personen mindestens ein Untersuchungsergebnis auf eine Infektion mit den Bilharziose-Erregern hinwies. Mehr als 60% der Untersuchten gaben an, in den ersten Augustwochen 2013 im Fluss Cavu geschwommen zu sein. Die Gesundheitsbehörden riefen daraufhin zunächst eine Badewarnung  für den Fluss aus. Die Felsen im Fluss stauen das Wasser und bilden dadurch Becken, die durch das glasklare Wasser und das schöne Naturpanorama auch bei deutschen Touristen sehr beliebt sind.

Badewarnung am 4. Juni 2015 aufgehoben – dennoch ist Vorsicht geboten

Am 4. Juni 2015 wurde die Badewarnung jedoch aufgehoben, da weiterführende Untersuchungen in diesem Jahr zu der Vermutung führten, dass das Infektionsrisiko im Fluss sehr gering ist. Obgleich die Badewarnung für den Fluss Cavu aufgehoben wurde, sollte weiterhin auf örtliche Warnhinweise geachtet werden. Ebenso sollten gesundheitliche Beschwerden die nach dem Schwimmen auftreten können, ernst genommen werden. Dazu gehören u.a. ein juckender Hautausschlag („Badedermatitis“), Blut im Urin, Durchfall, Husten, Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Kopf-, Muskel-, und Gelenkschmerzen.

Reisende die in den vergangenen Jahren im Fluss Cavu badeten, können sich immer noch untersuchen lassen

Eine Infektion mit dem Erreger (Schistosomen) kann über Jahre hinweg bestehen und zu schwerwiegenden Komplikationen wie z.B. Blasenkrebs, Unfruchtbarkeit und/oder Störungen der Nierenfunktion führen. Es stehen Medikamente zur Behandlung der Erkrankung zur Verfügung, die erfolgreich die Erreger abtöten können. Reisende die in den Badegumpen des Flusses Cavu auf Korsika in den letzten Jahren baden waren, können sich vorbeugend auf Bilharziose untersuchen lassen. Insbesondere Personen die seither unter Problemen beim Wasser lassen, Blut im Urin o.ä. leiden.

Bilharziose gibt es auch in vielen tropischen Ländern

Bilharziose (syn. Schistosomiasis) ist in vielen Ländern verbreitet. Die Krankheitserreger sind Saugwürmer die im Süßwasser z.B. in Seen, Tümpeln, Flüssen und Bächen vieler tropischer und subtropischer Länder vorkommen. Bei Hautkontakt mit dem befallenen Gewässer können die Entwicklungsvorstufen der Saugwürmer, sogenannte Zerkarien, durch die Haut in den Körper eintreten. Reisende sollten daher jeden Kontakt zu Süßwasserseen (Bächen, Tümpeln, Teichen, etc.) meiden. Wird ein Reisender erstmals durch die Saugwürmer im Gewässer befallen, treten als Erstreaktion gelegentlich juckende Hauterscheinungen und Fieber auf. Die Zerkarien können aber auch unbemerkt von der Haut aufgenommen werden. Bei langjährigem Wurmbefall können sie schwere Störungen der Leber- (Leberzirrhose) oder Blasenfunktion verursachen. Die Bilharziose ist gut therapierbar, sofern sie rechtzeitig behandelt wird und sich keine Komplikationen entwickeln. Durch das Vermeiden von Hautkontakt mit Süßwasser in Bilharziosegebieten kann das Infektionsrisiko ausgeschlossen werden. Reisende die Kontakt zu Süßwasser in Gebieten mit Schistosomiasis-Vorkommen hatten, sollten zum Arzt gehen und eine Infektion mit dem Erreger ausschließen lassen.