2. Mrz 2016

Laos: Kinderlähmung durch abgeleitete Polioviren

Impfpass, Vakzine iStock/PhotoQueen123 Seit Oktober 2015 werden aus Laos vereinzelnde Polio-Infektionen registriert, die durch Impfstoff-abgeleitete Polioviren Typ 1 (cVDPV1) hervorgerufen wurden. Ein 8-jähriger Junge starb an den Folgen der Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation legte der Regierung des Landes daher nahe, allen Personen die sich länger als vier Wochen im Land aufhalten, vor der Ausreise eine Impfung gegen Kinderlähmung zu empfehlen. Die Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise verabreicht werden. Diese Maßnahme soll, laut WHO, der Vorbeugung dienen, dass sich die Erkrankung nicht weiter ausbreitet. Die Impfung soll zudem in einen international gültigen Impfausweis dokumentiert werden. 

Geringes Risiko durch internationalen Reiseverkehr 

In der Zeit von 6. bis 16. Februar wurden der WHO weitere drei Polio-Fälle durch Impfstoff-abgeleitete Polioviren Typ 1 aus der Vientiane Provinz in Laos berichtet. Insgesamt steigt damit die Zahl der seit Oktober 2015 bis 25. Februar 2016 gemeldeten Fälle auf 10 an. In Stuhlproben von nicht erkrankten Kontaktpersonen aus Bolikhamxay, Xaisomboun und Vientiane wurde in 23 Fällen Impfstoff-abgeleitete Polioviren Typ 1 nachgewiesen. Um eine Ausbreitung zu verhindern werden seit Oktober intensive Schutz- und Impfmaßnahmen durchgeführt. Nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation wird das Risiko der Ausbreitung der Kinderlähmung durch den internationalen Reiseverkehr dennoch als gering eingestuft. Dennoch ruft die WHO die Länder zur Vorsicht auf, dass beim Auftreten von Erkrankungen durch vakzineabgeleitete Polioviren, internationalen Reisenden eine Polio-Schutzimpfung empfohlen sein sollte.

Weiterhin Polio-Impfempfehlung für Pakistan und Afghanistan

Aus nur mehr weltweit zwei Ländern (Afghanistan und Pakistan) werden weiterhin Fälle der Kinderlähmung durch den gefährlichen Polio-Wildvirus gemeldet. Insgesamt 74 Fälle wurden im vergangenen Jahr aus beiden Ländern berichtet – Afghanistan (20), Pakistan (54).  Auch in diesem Jahr  wurden die ersten beiden Fälle Ende Januar in Pakistan registriert. Immer wieder kommt es durch Unruhen und Krieg zu Unterbrechungen von Impfkampagnen, so dass die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung die zur Ausrottung der Erkrankung erforderlich ist nicht erreicht werden kann. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende nach Afghanistan und Pakistan v.a. bei Hilfseinsätzen weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Zuletzt wurden Polio-Wildvirus-Fälle im August 2015 aus Pakistan und im Juni 2015 aus Afghanistan exportiert.

Temporäre Polio-Impfempfehlung für Länder mit Impfstoff-abgeleitete Polioviren

In anderen Ländern wie Madagaskar, Nigeria, Laos, Guinea, Myanmar oder auch der Ukraine wurden 2015 Einzelfälle von Polio festgestellt die durch Polioviren verursacht wurden die sich von der Lebendvakzine ableiten. In diesen Fällen ruft die Weltgesundheitsorganisation bis auf Weiteres zur Vorsicht im internationalen Reiseverkehr auf und empfiehlt Reisenden die sich länger als vier Wochen im Land aufhalten, eine Impfung gegen Kinderlähmung.

Zu diesen Ländern gehören: Guinea, Laos, Madagaskar, Myanmar, Nigeria und die Ukraine

Folgende Länder gelten laut WHO weiterhin als vulnerabel für Polioviren, obgleich gegenwärtig weder Polio-Wildvirus noch Impfstoff-abgeleitete Polioviren im Land nachgewiesen wurden:

Kamerun, Äquatorialguinea, Äthiopien, Irak, Israel, Somalia, Südsudan, Syrien

In diesen Ländern sollen laut WHO Impfkampagnen durchgeführt werden, die eine Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung in der Bevölkerung sicherstellen, insbesondere bei den Personengruppen (z.B. Flüchtlinge, Heimatlose) die sich über die Nachbarländer hinweg in andere Länder bewegen.

Bis 2018 erstrebt die WHO weltweit die Ausrottung der Kinderlähmung. Für die Polio-Endemieländer Afghanistan und Pakistan besteht weiterhin eine Impfempfehlung gegen Kinderlähmung.