5. Feb 2016

Lateinamerika: Immer mehr Zika-Virus-Infektionen

iStock/filipefrazao Das Zika-Virus hat sich laut Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) bereits in allen Ländern Lateinamerikas – ausgenommen Chile, Peru, Argentinien, Uruguay und Kuba – ausgebreitet. Die WHO betont jedoch, dass derzeit kein Grund für eine Reisewarnung bestehe. Das Zika-Virus gilt als sog. „emerging pathogen“, d.h. es handelt sich um einen neu aufkommenden Krankheitserreger, der über das Potential verfügt sich möglicherweise in viele Länder der Welt auszubreiten. Zika-Viren werden durch dieselben Mückenart übertragen, die auch Dengue-Viren übertragen können – sogenannte Aedes. Die gesundheitlichen Probleme ähneln den Beschwerden, die auch beim Dengue-Fieber auftreten können. Meistens kommt es bei der Erkrankung zu einem Hautausschlag mit Fieber, Augenrötung und Gelenkschmerzen. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage. Meistens verläuft die Infektion mit dem Zika-Virus jedoch milde oder auch unbemerkt und beschwerdefrei.

Brasilien und Kolumbien sind am stärksten betroffen

Das Zika-Virus steht in Verdacht Schädelfehlbildungen bei Embryonen zu verursachen. Die Folge sind Säuglinge die mit zu kleinem Kopfumfang geboren werden (sog. Mikrozephalie) und meist geistige Behinderungen davon tragen. Insgesamt wurden zwischen 3.000-4.000 Mikrozephalie-Verdachtsfälle aus Brasilien berichtet, die in einem möglichen Zusammenhang mit dem Zika-Virus stehen. In sechs Fälle konnte eine Beziehung zwischen Virus und Fehlbildung festgestellt werden. Weiterführende medizinische Untersuchungen zur Klärung der Ursache werden derzeit durchgeführt. Schätzungen zufolge wurden rund 1,5 Mio. Menschen in Brasilien durch Mückenstiche mit dem Zika-Virus infiziert. Das Nachbarland Kolumbien ist ebenfalls stark bedroht, da hier die zweitgrößte Verbreitung des Zika-Virus festgestellt wurde. Rund 20.000 Erkrankungsfälle sollen bis Ende Januar landesweit gezählt worden sein – darunter über 2.000 Schwangere. Die Gesundheitsbehörden befürchten eine Gefährdung der Bevölkerung. Hochrechnungen zufolge könnten rund eine halbe Million Kolumbianer von der Infektion betroffen sein.

Aufklärung und Insektizide: Brasilien kämpft gegen das Zika-Virus

Die Regierung Brasiliens bemüht sich der landesweiten Ausbreitung des Zika-Virus bestmöglich entgegenzutreten. Am 13. Februar soll vor allem an Bewohner der Olympiastadt Informationsmaterial zum Mückenschutz ausgegeben werden. Desweiteren werden in den besonders betroffenen Regionen Insektizid-Sprühkampagnen durchgeführt um Mücken und Brutplätze zu zerstören. Brasilien als derzeit am stärksten betroffenes Land begrüßt den Gesundheitsnotstand der durch die WHO ausgerufen wurde. Durch diese Maßnahme werden internationale Bestrebungen zu diagnostischen Verfahren, Behandlungsmöglichkeiten und Impfstoffen verstärkt, die der Klärung der Übertragungswege dienen und Maßnahmen in der Bekämpfung der Virus-Ausbreitung vorantreiben. In den nächsten Wochen und Monaten erwartet Brasilien durch die anstehenden Massenveranstaltungen wie Karneval und Olympiade vermehrt Besucher und steht im Fokus des internationalen Reiseverkehrs. Umfangreiche Präventionsmaßnahmen sind daher erforderlich, damit Reisende nicht Gefahr laufen sich anzustecken oder auch zur Ausbreitung des Virus nach Rückreise in ihr Heimatland beitragen.

Guter Mückenschutz reduziert das Infektionsrisiko

Da sowohl Dengue Fieber als auch Zika-Virus-Infektionen durch Mücken übertragen werden, ist ein guter und vorsorglicher Mückenschutz unbedingt erforderlich. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein. Schwangere sollten gegenwärtig nicht in die betroffenen Länder reisen.