2. Jan 2016

Lateinamerika: Kampf gegen Chikungunya-Fieber

Pechel / interMEDIS Mindestens 600.000 Chikungunya Fieber-Erkrankungen wurden im vergangenen Jahr aus Mittel- und Südamerika gemeldet. Von einer höheren Dunkelziffer durch nicht erfasste Fälle kann ausgegangen werden. Landesweit wurden in Mexiko bis 28. Dezember 11.394 Chikungunya Fieber-Fälle registriert (Zeitraum seit November 2014). Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Veracruz, Guerrero, Michoacan und Yucatan. Auch andere mittel- und südamerikanische Länder leiden unter der Infektionskrankheit die durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen wird. So wurden aus einigen Andenländern etliche Erkrankungsfälle berichtet. Kolumbien zählte im vergangenen Jahr bis 4. Dezember 2015 mehr als 350.000 Chikungunya-Verdachtsfälle und Ecuador bis Ende November mehr als 29.000 Fälle. In Bolivien waren vor allem die Bundesstaaten Beni und Pando betroffen. Hier wurden nahezu 10.000 Fälle bis Ende 2015 beobachtet. In anderen Ländern wie Venezuela wurden mehr als 15.000 Fälle bekannt. Seit Beginn des Ausbruchs im Jahr 2013 ist die Zahl der Fälle auf über 1,6 Millionen in der Region angewachsen. In fast allen Ländern und Inseln Mittel- und Südamerikas sind seither Chikungunya Fieber-Fälle gemeldet worden.  

Auch Touristen erkrankten an Chikungunya Fieber  

Durch die starke Ausbreitung des Chikungunya Fiebers in der Karibik, Mittel- und Südamerika wurden viele internationale Reisende mit Chikungunya-Viren infiziert. Mehr als 650 amerikanische Touristen infizierten sich mit Chikungunya-Viren im vergangenen Jahr. Bei den europäischen Reisenden zeigte eine Untersuchung bei englischen Touristen, dass im Jahr 2014 88% aller Chikungunya-Erkrankungen auf Reisen in die Karibik oder Südamerika zurückzuführen waren. Auch in Deutschland wurden im Vorjahr sehr viele Chikungunya-Infektionen bei Reisen in diese Regionen beobachtet. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr mehr als 100 Chikungunya Fieber-Fälle die bei deutschen Touristen durch Aufenthalte in Ländern mit Chikungunya-Vorkommen registriert wurden.  

Guter Mückenschutz ist wichtig   

Ein guter und vorsorglicher Mückenschutz ist bei Reisen in Länder mit Chikungunya-Vorkommen empfohlen. Nachdem es keine Schutzimpfung gegen die Erkrankungen gibt, gelten als wichtigster Schutz Mückenschutzmaßnahmen. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein.