2. Jan 2022

Lateinamerika: Zika-Virus, Dengue- und Chikungunya-Fieber

Mückenspray Fotolia / Maridav

Auf dem amerikanischen Kontinent sollen laut Medienangaben von "Outbreak News" im vergangenen Jahr bis zum 10. Dezember insgesamt 1.173.674 Dengue-Fieber-Fälle gemeldet worden sein. In Südamerika wurden mit insgesamt 936.004 Fällen die meisten Dengue-Infektionen berichtet. Die meisten Erkrankungen wurden in Brasilien und Paraguay registriert. In den Niederungen der Anden, vor allem in Peru, Ecuador und Kolumbien wurden die höchsten Inzidenzen gemeldet. In Mittelamerika und Mexiko wurden 101.824 Fälle und in der Karibik 4.200 Fälle gezählt. Das Dengue Fieber-Virus wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen. Reisenden in Regionen mit Dengue Fieber-Vorkommen wird daher empfohlen, sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen durchzuführen. Dazu zählen unter anderem hautbedeckende Kleidung, Mückennetze, Mücken abweisende Cremes, Lotionen, Sprays, Räucherspiralen, Coils, etc. 

Anfängliche Beschwerden sind meist unspezifisch 

Da die ersten Beschwerden des Dengue Fiebers durch Fieber, Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen meist sehr unspezifisch sind, können sie denen von COVID-19 ähneln. Viele Infektionskrankheiten beginnen unspezifisch, sodass zu Anfang oft nicht klar ist, um welche Infektion es sich handelt. Daher ist eine sofortige medizinische Abklärung ratsam, um Klarheit zu schaffen und eine frühestmöglich Behandlung zu initiieren. Durch Reisen in Länder mit Dengue Fieber-Vorkommen werden alljährlich viele Reisende infiziert, darunter auch deutsche Urlauber. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der damit verbundenen Reiseeinschränkungen haben die letzten Monate weniger Fernreisen stattgefunden, sodass in diesem Jahr nur einzelne Dengue Fieber-Fälle bei deutschen Reiserückkehrern registriert wurden. 

Auch Chikungunya- und Zika-Virus-Infektionen wurden gemeldet 

Laut "Outbreak News" sollen auf dem amerikanischen Kontinent neben Dengue Fieber im vergangenen Jahr auch 131.630 Chikungunya-Fälle und 18.804 Zika-Virus-Infektionsfälle beobachtet worden sein. Auch Chikungunya- und Zika-Virus-Infektionen können durch Mücken übertragen werden. Daher sind auch hier gute Mückenschutzmaßnahmen sehr wichtig. Reiserückkehrer, insbesondere solche mit chronischen Krankheiten, sollten bei einer auftretenden Fiebersymptomatik eine Infektion mit dem Zika-Virus ausschließen. Unspezifische Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Hautausschlag die innerhalb von 3 Wochen nach Reiserückkehr auftreten, können unter anderem auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hinweisen. Diese Tatsache ist wichtig für schwangere Reiserückkehrerinnen oder auch von der Reise zurückkehrende Partner von Schwangeren. In beiden Fällen ist eine Blutuntersuchung auf Zika-Virus empfohlen. Zudem dürfen sich Reiserückkehrer aus Ländern mit Zika-Virus-Vorkommen für 6 Monate keiner Blutspende unterziehen. 

Zika-Virus-Infektion ist für Schwangere gefährlich 

Meistens verläuft die Infektion mit dem Zika-Virus unbemerkt und beschwerdefrei oder milde und ohne Komplikationen. Nach Infektion kann es bei der Erkrankung zu einem Hautausschlag, mit Fieber, Augenrötung und Gelenkschmerzen. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage, die Krankheitsbeschwerden halten durchschnittlich 3-7 Tage an. Bei Schwangeren kann eine Infektion jedoch zu Komplikationen führen. Das Virus kann Schädelfehlbildungen bei Embryonen verursachen. Die Folge sind Säuglinge die mit zu kleinem Kopfumfang geboren werden (sog. Mikrozephalie) und meist geistige Behinderungen davon tragen. Daher warnt die WHO insbesondere Schwangere, als auch Frauen mit der Absicht einer Schwangerschaft und ihre Sexualpartner vor einer Reise in Länder mit erhöhtem Zika-Virus-Vorkommen.