19. Nov 2015

Madagaskar: Beulenpest in Miarinarivo

iStock/coopder1 Aus dem Distrikt Miarinarivo in der Itasy Region wurden zwei Pest-Todesfälle gemeldet. In beiden Fällen handelte es sich um die Beulenpest. Weitere Erkrankungsfälle im Umfeld der beiden Todesopfer wurden bislang nicht berichtet. Seit August wird eine Zunahme der Pestfälle in Madagaskar beobachtet. Die Zahl der Todesopfer in diesem Jahr liegt derzeit bei zwanzig. Am stärksten betroffen sind die Städte Tsiroanomandidy und Moramanga.  

Erhöhtes Pestvorkommen in Madagaskar

In Madagaskar treten ganzjährig Pesterkrankungen auf. Bereits in den vergangenen Jahren sind in der Provinz Antsirananaa mehrere Pest-Todesfälle berichtet worden. Die Infektionskrankheit wird u.a. von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. Eine Häufung von Erkrankungsfällen wird während der Regenzeit zwischen November und April beobachtet. In dieser Zeit suchen Nagetiere, die durch den Pestfloh befallen sind, in den Dörfern und Städten Zuflucht. Im Falle der Lungenpest werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch direkt übertragen.

Geringes Risiko für Reisende

Pesterkrankungen treten in unterschiedlich großen Einzelherden in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar, Indien und Peru. Die Weltgesundheitsorganisation zählt jährlich zwischen 1000-2000 Pest-Fälle wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.