16. Aug 2019

Madagaskar: Erhöhtes Pestrisiko

Madagaskar, Hafen Mahajanga 2 iStock /pierivb

In Madagaskar wurden drei Fälle von Beulenpest 50 km westlich der Hauptstadt berichtet. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden besteht in den nächsten Monaten ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit dem Pesterreger. Daher warnen die Behörden derzeit verstärkt vor Infektionsgefahren und führen Aufklärungskampagnen zum vorbeugenden Schutz der Bevölkerung durch. Erst 2017 waren 2.400 Personen von der Pest betroffen und rund 200 Menschen fielen ihr zum Opfer. Aus Madagaskar werden regelmäßig Fälle der Beulen- und Lungenpest gemeldet.

Reisender erkrankte an Lungenpest

Erst 2017 infizierte sich ein Reisender mit der Lungenpest und steckte Mitreisende an. Auf diesem Weg breitete sich die Pest bis nach Tamatave aus. Alljährlich werden Pestfälle in Madagaskar registriert v.a. im Hafen von Mahajanga. Auch in der Hauptstadt Antananarivo werden seit 1990 zunehmend mehr Pestfälle berichtet. Rund 45% der Pestfälle in Afrika stammen aus Madagaskar. Ein erhöhtes Auftreten der Lungenpest zeigt sich in den Stadtregionen. Insbesondere in den heißen Regenzeiten in den Monaten September bis April tritt die Krankheit vermehrt auf.

Vorsichtsmaßnahmen im Flugverkehr

Die WHO erarbeitete mit Ländern die mit Madagaskar direkte Flugverbindungen haben, Maßnahmen zur Früherkennung und Bekämpfung der Erkrankung im Falle eines Imports der Pest durch den Reiseverkehr. Dies betrifft vor allem Länder wie Mauritius, Mosambik, Südafrika, Kenia, Äthiopien und Tansania, so wie Inseln und Inselgruppen wie u.a. Réunion, die Seychellen, Mayotte und die Komoren. Selbst in europäischen Ländern wie zum Beispiel in Spanien, Málaga wurden Vorsichts- und Screeningsmaßnahmen von Passagieren aus Madagaskar initiiert, die bei Auftreten eines Verdachtsfalles sofortige Hilfe und Kontrolle der Erkrankung ermöglichen, um einer Ausbreitung vorzubeugen.