17. Jan 2018

Madagaskar: Lebensmittelvergiftung

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In Madagaskar erkrankten am 11. Januar 2018 mehrere Personen, nachdem sie Schildkrötenfleisch gegessen hatten. Zehn Menschen starben nach dem Verzehr des Fleisches. Drei Personen die im Krankenhaus behandelt wurden überlebten. Die Erkrankungen wurden in Ambavarano, in der Gemeinde von Mahavanona in der Provinz Antsiranana registriert. Einer der größten Massenvergiftung durch Schildkrötenfleisch wurde in Madagaskar im Dezember 1994 bekannt, als rund 60 Personen von der Nordostküste erkrankten, nachdem sie das Fleisch verzehrten. Weltweit gibt es nur mehr sieben Meeresschildkrötenarten. Daher stehen durch das Washingtoner Artenschutzabkommen offiziell alle Meeresschildkröten unter Artenschutz. Dennoch sind dieTiere in ihrem Bestand vom Aussterben bedroht, da sie häufig gejagt und verzehrt werden. Die Schildkröten nehmen in den Sommermonaten Algen vom Meeresboden auf, die für den Menschen giftig sind. Ein Gegengift ist im Falle einer Vergiftung nicht bekannt. Daher kann der Verzehr der Fleisches tödlich enden. Die Gesundheitsbehörden von Antananarivo warnen daher alljährlich in den Monaten November bis März vor dem Verzehr des  Meeresschildkrötenfleisches. Jedes Jahr sterben Menschen nach dem Verzehr.

Schildkrötenfleisch gilt - trotz Artenschutz - in vielen Ländern als Delikatesse

Im Jahr 2012 ereignete sich auf der Pazifischen Insel Solomon eine ähnlich tragische Situation nach dem Verzehr von Schildkrötenfleisch. In der westlichen Provinz, in der Kleinstadt Niniveh in der bekannten Lagune „Marovo Lagoon“, erkrankten damals 28 Personen, darunter 20 Kinder und acht Erwachsene. Die Patienten entwickelten starke Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen als sie das Fleisch zu sich nahmen. Die Beschwerden traten 4-6 Stunden nach dem Verzehr auf. Sechs Personen starben innerhalb der ersten fünf Krankheitstage.

Grundsätzlich kein Schildkrötenfleisch verzehren

Grundsätzlich sollte auf den Verzehr von Schildkrötenfleisch und Eiern verzichtet werden, auch wenn sie mancherorts noch als Delikatesse angeboten werden, v.a. im asiatischen Raum. Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken ist der Handel mit Schildkrötenprodukten seit 1979 verboten. Die Tiere dürfen weder gefangen noch getötet werden.