21. Sep 2017

Madagaskar: Lungenpest in der Hafenstadt Tamatave

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In den letzten Wochen wurden vermehrt Fälle der Lungenpest aus Madagaskar berichtet. Das Gesundheitsministerium warnt die Bevölkerung und rät bei ersten Anzeichen sofort medizinische Hilfe aufzusuchen. Personen die Kontakt mit Erkrankten haben/hatten werden derzeit unentgeltlich behandelt. Nach Aussage der Behörden ist der Ausbruch unter Kontrolle. Der erste Patient verstarb im Taxi auf dem Weg zum Krankenhaus. Zwei Personen die auf dem Weg zum Krankenhaus mit ihm in Kontakt kamen infizierten sich und starben innerhalb von 24 Stunden. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation wurden in der Zeit vom 27.8.2017 bis 14.9.2017 insgesamt 28 Erkrankungen, darunter fünf Todesfälle berichtet. Die Pesterkrankungen wurden v.a. aus der östlichen Hafenstadt Tamatave und der Stadt Faratsiho in der Zentralregion von Vakinankaratra berichtet, ungefähr 100 km südwestlich von Antananarivo. Alljährlich treten in Madagaskar Pestfälle auf.

Saisonale Häufungen von Pestfällen

Eine Häufung von Erkrankungen wird alljährlich in den Monaten September bis April registriert. Der letzte größere Ausbruch fand von August 2016 bis Januar 2017 statt. Im vergangenen Jahr wurden bis Ende Dezember 2016 landesweit über 60 Pestfälle – darunter 26 Todesfälle berichtet. Nahezu die Hälfte der Fälle wurden dabei aus dem Befotaka Distrikt gemeldet, die anderen Fälle stammen aus dem Iakora Distrikt in der Region von  Thorombe. Bei fünf Fällen handelte es sich um die Lungenpest, in allen übrigen Fällen erkrankten die Menschen an der Beulenpest.

Weltweit gibt es in vielen Ländern Pestherde

Die Pest tritt regional in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar und Indien aber auch Amerika. Aber auch in den USA werden alljährlich Pesterkrankungen gemeldet. Letztes Jahr waren es mindestens 15 Fälle – darunter vier Todesfälle. Betroffen sind vor allem die ländlichen Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Die Weltgesundheitsorganisation zählt jährlich zwischen 1000-2000 Pest-Fälle wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.